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Alternative Mediziner versprechen längeres Leben

- Berlin - Eine Million Menschen pro Jahr bräuchten in Deutschland nicht zu vorzeitig sterben, und 60 Milliarden Euro könnten im Gesundheitswesen gespart werden - das versprechen zumindest alternative Mediziner. An diesem Wochenende trifft sich die unkonventionelle Heiler-Szene in Berlin zum "Deutschen Gesundheitsparlament".

<P>Zusammengeschlossen hat sich ein buntes Spektrum von der ostdeutschen Volkssolidarität über den Grünen-Gesundheitsexperten Ellis Huber bis hin zu esoterischen Autoren wie Rüdiger Dahlke. Sie alle sind sich sicher, einen Weg aus der Krise des Gesundheitswesens weisen zu können.</P><P>Das Rezept scheint vertraut: ökologische Ernährung und Stärkung des Immunsystems könnten Viren, Bakterien und "die Ursachen für den enormen Anstieg der Krebsrate" stoppen. Die chronischen Krankheiten der Bürger könnten um die Hälfte reduziert und Krankenkassenbeiträge deutlich gesenkt werden. Der Kongress "Die Medizin der Zukunft" mit dem Untertitel "Gegen das Geschäft mit der Krankheit und der Angst, vereinigt euch!" findet bis Samstag im Estrel-Hotel Berlin statt.</P><P>Nach Aussagen von Szene-Autoren wie beispielsweise Reinhardt Stefan Tomek ist Glück und Gesundheit eine Sache, die man selbst in die Hand nehmen kann. Vor allem Krebs verliert in dieser Sicht seinen Schrecken, werden doch scheinbar Wege aufgezeigt, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. "Es liegt am System" und nicht an der Biologie, dass die Krebserkrankungszahlen explodieren, meint Tomek.</P><P>Biologische Gourmet-Buffets nach den Grundsätzen der ayurvedischen Medizin umrahmen Vorträge zur Vorbeugung von umweltbedingten Erkrankungen mittels Vitaminen und vitalstoffreicher Vollwertkost. Krebs wird mit "Konfliktlösung" statt mit Medikamenten und Skalpell zu Leibe gerückt. Überhaupt scheint Krebs der heimliche Hauptgegner vieler medizinischen Außenseiter zu sein; Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Bluthochdruck oder Übergewicht spielen kaum eine Rolle.</P><P>Zweifel an den Versprechungen der naturheilkundlichen Ansätze können aufkommen, schaut man sich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes an. Demnach sterben pro Jahr in Deutschland 850 000 Menschen, können also schlecht eine Million Menschen "gerettet" werden. Auch nimmt die Krebsrate nicht zu, jedenfalls nicht nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts. Den Krebsregistern zufolge bleibt die Zahl der Krebsneuerkrankungen pro 100 000 Einwohner seit einigen Jahren konstant - bei großen Unterschieden zwischen den Krebsarten.</P><P>Manfred Stöhr, Direktor der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie am Klinikum Augsburg, hat durchaus Kritik an der wissenschaftlichen Medizin. In seinem Buch "Ärzte, Heiler, Scharlatane" (Steinkopff-Verlag Darmstadt, 2002) warnt er aber: In der Regel seien Grundannahmen der Außenseitermedizin hanebüchener Unsinn und ihre Heilerfolge kaum mehr als ein Zufall. Bei schweren Krankheiten wie Krebs sei es geradezu lebensgefährlich, sie anzuwenden.</P>

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