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Amazon hat mit seinem Echo den Technik-Trend des Jahres initiiert.

Sprachassistenten erobern Wohnzimmer

Amazon Echo & Co.: Wie gefährlich sind digitale Butler?

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München - Sie sind „in aller Munde“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Sprachassistenten wie der Amazon Echo sind der vielleicht wichtigste Technik-Trend des Jahres. Was können sie - und wie neugierig sind sie? 

Die digitalen Butler folgen ihrem Besitzer aufs Wort und führen dessen Befehle aus. Das kann man praktisch finden oder gespenstisch. Datenschützer sind jedenfalls alarmiert. Wie nützlich sind die „Lauschsprecher“ – und wie riskant?

Sprachassistenten – welche gibt es?

Bekanntester digitaler Helfer ist der Amazon Echo, den es in zwei Varianten gibt – als großen Lautsprecher zum Musikhören für 180 Euro und als kleinen Echo Dot nur für Sprachbefehle für 60 Euro. Beide Modelle sind in Deutschland erst seit Februar frei erhältlich. In den USA ist auch Google Home bereits im Handel, das für 150 Euro dieses Jahr auch zu uns kommen dürfte. Apples Siri funktioniert ähnlich, ist aber nicht als eigenständiges Gerät zu haben, sondern nur eingebaut in iPhone, iPad und Mac. Im Vergleich zu Amazon und Google gilt Siri bei Sprachverständnis und künstlicher Intelligenz als unterlegen. Allerdings lebt Apple – anders als Google – nicht vom Ausspähen seiner Kunden, sondern vom Verkauf der Hardware. Und Apple hat gut dokumentiert, wie die Siri-Daten geschützt werden, deshalb gibt es bisher keinen Ärger.

Was können die digitalen Butler?

Sie spielen die gewünschte Musik, schalten das Licht ein und aus, lesen den Wetterbericht vor oder gehen per Sprachbefehl bei Amazon einkaufen. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt und werden durch Softwareaktualisierungen ständig erweitert. Die Assistenten müssen ihre Mikrofone (beim Echo sind es sieben) immer offen haben, um auf das Stichwort ihres Besitzers reagieren zu können – bei Amazon lautet es „Alexa“. Wer dann beispielsweise ein Buch, ein Parfum oder Kaffee bei Amazon kaufen will, bestellt einfach per Sprachbefehl. Der Bezahlvorgang ist fest einprogrammiert, Warenkorb gibt es keinen und schon ist der Artikel unterwegs. Mit jedem Gespräch lernt der Echo seinen Besitzer noch besser kennen, Amazon kann dadurch seine Werbung immer genauer maßschneidern. Kritiker wie der Erlanger Uni-Professor Elmar Nöth sprechen von „manipulativem Werben“. Das funktioniert bald noch besser, denn künftig kann der Echo auch die Stimmen der einzelnen Bewohner unterscheiden. Eltern und Kinder bekommen dann genau die Produkte angeboten, über die sie zu Hause gerne sprechen.

Wie gefährlich sind die Helfer?

Warentest schreibt: „Mit Echo und Echo Dot holen sich Nutzer praktisch eine Wanze in die Wohnung.“ Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für Datenschutz, warnt: „Intelligente Sprachassistenten, die ihre Umgebung ständig belauschen, sind aus Sicht des Datenschutzes kritisch zu bewerten.“ Denn bisher hat etwa Amazon nicht offengelegt, wie mitgeschnittene Gespräche gespeichert und ausgewertet werden. Voßhoff verweist zudem auf Sicherheits­lücken, die bei Internetdiensten immer wieder auftreten. Auch beim Echo ist somit nie auszuschließen, dass Hacker – oder auch der technisch versierte Nachbar – das System knacken und im Wohnzimmer des Echo-Besitzers mithören. Weiteres Problem: Stimmproben, die als wichtiges biometrisches Erkennungsmerkmal für die Zukunft gelten – beispielsweise, um das Smartphone zu entsperren –, schwirren plötzlich durchs Netz. Und das gilt auch für Besucher in der Wohnung, die vom Echo meist gar nichts wissen. Fazit von Datenschützerin Voßhoff: „Nutzer sollten sorgsam abwägen, ob die praktischen Vorteile die mögliche Rund-um-die-Uhr-Überwachung ihrer Privatsphäre rechtfertigen.“

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