+
Amazon will nur noch den eigenen Streaming-Mediaplayer verkaufen, um seinen Dienst Prime Video zu stärken. Foto: Sebastian Kahnert

Amazon verbannt Videogeräte von Apple und Google

Amazon ist nicht nur der weltgrößte Online-Händler, sondern auch Anbieter von Streamingdiensten. Im Wettstreit mit Apple und Google entschließt sich Amazon nun zu einem radikalen Schritt.

Seattle (dpa) - Amazon wirft Videogeräte der Wettbewerber Apple und Google aus dem Sortiment. Der weltgrößte Online-Händler benachrichtigte seine Marktplatz-Verkäufer, dass zum 29. Oktober das Apple TV und Googles Chromecast nicht mehr verkauft werden können, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete.

Amazon betreibt selbst den Dienst Prime Video und verkauft eigene Video-Player unter der Marke Fire TV. Der Konzern erklärte zu dem Aus für die Konkurrenz-Geräte in der Nacht zu Freitag: "Es ist wichtig, dass die Streaming-Mediaplayer, die wir verkaufen, gut mit Prime Video funktionieren, um eine Verwirrung bei Verbrauchern zu vermeiden." Dazu gehörten etwa Geräte der Firma Roku, die Spielekonsolen Xbox und Playstation sowie das Fire TV von Amazon selbst.

Was genau Amazon mit "gut funktionieren" meint, bleibt unklar. Im Prinzip hätte der Online-Händler schon lange eine App auf Googles Chromecast-Plattform bringen können. Apple entschied bislang selbst, welche Apps in seine TV-Box kommen - allerdings sind dort Amazons Streaming-Rivalen wie Netflix oder Watchever schon lange verfügbar. Zudem startet mit dem anstehenden neuen Apple TV auch ein offener App Store.

Amazon machte zunächst keine Angaben dazu, ob Apple TV und Chromecast auch in Deutschland aus dem Angebot verschwinden sollen.

Der Konzern verkauft sein Fire TV als Box sowie als günstigeren Stick, den Amazon ohne nähere Zahlen als eines der meistverkauften Elektronik-Artikel auf seiner Plattform bezeichnet. Vor kurzem brachte Amazon auch seine Sprachassistentin Alexa auf die Geräte. Die Software kann auf Zuruf Hausgeräte steuern, Fragen mit Hilfe des Internets beantworten und auch Artikel beim Online-Händler bestellen. Damit wurde das Fire TV - neben dem in Deutschland bisher nicht erhältlichen Lautsprecher Echo - zu einem Schlüssel-Element in Amazons Vision für ein vernetztes Zuhause.

Der Online-Händler hatte in der Vergangenheit bereits in Verhandlungen mit Verlagen zur Reduzierung des Angebots gegriffen: Während es um Konditionen für E-Book-Verkäufe ging, wurde es auf einmal schwer, über Amazon gedruckte Bücher einiger Anbieter zu bestellen.

Amazon investiert - wie zum Beispiel auch der Konkurrent Netflix - viel in eigene Inhalte für seinen Abo-Videodienst, um sich von anderen Anbietern abzuheben. Apple und Google bringen gerade neue Modelle ihrer Videostreaming-Geräte auf den Markt. Die erste Chromecast-Generation wurde nach Google-Angaben 20 Millionen Mal gekauft.

Bloomberg-Bericht

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Umfrage: Mehrheit wünscht sich Sicherheitssiegel im Internet
Die Internetnutzer in Deutschland fühlen sich beim Thema Sicherheit im Internet überfordert. Vor allem dem Versand wichtiger Dokumente über Kundenportale vertrauen nur …
Umfrage: Mehrheit wünscht sich Sicherheitssiegel im Internet
Bildbearbeitung Paintshop Pro bereit für Touch-Bedienung
Viel Neues und ein schnellerer Zugriff auf elementare Werkzeuge: Softwarehersteller Corel hat das Design des Bildbearbeitungsprogramms Paintshop Pro deutlich verwandelt.
Bildbearbeitung Paintshop Pro bereit für Touch-Bedienung
Werbeblocker im Internet bleiben erlaubt
Internet-Werbeblocker sind vielen Medienunternehmen ein Dorn im Auge, die mit Anzeigen Geld verdienen. Nun hat ein Gericht den Einsatz des umstrittenen Adblockers des …
Werbeblocker im Internet bleiben erlaubt
Überhitzungsgefahr: Neuer Akku-Ärger bei Samsungs Galaxy-Smartphones
Kunden des Elektronikriesen Samsung haben schon wieder Probleme mit überhitzenden Smartphone-Akkus.
Überhitzungsgefahr: Neuer Akku-Ärger bei Samsungs Galaxy-Smartphones

Kommentare