Der Amazonas drückt Südamerika

- Jedes Jahr überschwemmt der Amazonas große Teile seiner Umgebung. Die Flut bringt nicht nur Wasser, sie drückt auch den gesamten Kontinent Südamerika zeitweilig um mehrere Zentimeter in die Tiefe. Dieses jährliche Absinken und Ansteigen ist das stärkste, das jemals auf der Erde gemessen wurde, berichtet ein Geophysiker-Team der Ohio State Universität (USA) in den "Geophysical Research Letters".

Auslöser für die Untersuchung war ein kleiner GPS-Sensor, der nahe der Anden zufällig eine Auf- und Abbewegung der Erdoberfläche registrierte. Michael Beavis, Professor für Geodäsie, schloss daraus, dass der sich verändernde Wasserspiegel im See diese Untergrundbewegung ausgelöst haben musste. Durch diese Messung aufmerksam geworden, suchte der Forscher nach ähnlichen Aufzeichnungen weiterer GPS-Messstationen in Südamerika und wurde fündig. Auch andere Wissenschaftler hatten bereits solche Bodenbewegungen registriert und vermuteten, dass es einen Zusammenhang zur Wasserführung des Amazonas geben müsste.

Beavis analysierte daraufhin gemeinsam mit seinem Kollegen Douglas Alsdorf die GPS-Daten einer Messstation im brasilianischen Manaus nahe dem Zentrum des Flussbeckens und entdeckte eine Schwankung der Erdoberfläche von bis zu sechs Zentimeter. Die Forscher ließen die Daten durch ein Computermodell des Wasserflusses durch das Amazonasbecken laufen, um nach einer Korrelation zu suchen.

Die Auswertungen ergaben, dass sich das Gestein unter Manaus sich im Takt mit den steigenden und fallenden Fluten des Amazonas bewegte.

Die Untergrundbewegungen sind die stärksten bisher gemessenen weltweit. Zudem ist diese Studie die erste, die einen Zusammenhang zwischen den Bewegungen einer Landmasse und den Wasserbewegungen zeigt.

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