Andrang zu den Hörsälen

- Zum Start des Wintersemesters wird es etwas enger an Münchens Hochschulen. Die Studenten der Technischen Universität München (TUM) und der Fachhochschule (FH) müssen zusammenrücken, denn an beiden Hochschulen haben sich mehr Anfänger eingeschrieben als im letzten Wintersemester.

An der TUM hat der Präsident, Professor Wolfgang A. Herrmann, jetzt rund 5500 Studenten begrüßt, etwas mehr als im Vergleich zum Vorjahr.

Rekordzahlen meldet dagegen die FH: Dort haben sich rund 3200 und damit fast zehn Prozent mehr Studierende als im vergangenen Semester eingeschrieben. Doch trotz des Ausbaus der Kapazitäten konnte die FH nur einen Bruchteil der Interessenten aufnehmen. Der Großteil der Bewerber musste abgewiesen werden.

Etwas entspannt hat sich dagegen die Situation an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Rund 8000 Studienanfänger hat die größte Münchner Hochschule zum Wintersemester, etwa 500 weniger als im Vorjahr.

Der Trend, nach der Schule ein Studium aufzunehmen, hält an. Bayernweit steigen die Studentenzahlen weiter.

Mit 47 100 Erstsemestern haben sich 2,8 Prozent mehr Studenten im Freistaat für eine akademische Ausbildung eingeschrieben als im vergangenen Jahr und etwa 21 Prozent mehr als im Wintersemester 1999/2000. Damit sind insgesamt 255 600 Studenten in Bayern eingeschrieben.

"Die Studentenzahlen werden voraussichtlich noch weiter steigen und sich dann auf einem hohen Niveau einpendeln", prognostiziert Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU). Von einem "Studentenberg" will Goppel dagegen nicht sprechen. Er sieht den Anstieg als Chance, den wachsenden Bedarf an hochqualifizierten jungen Menschen zu decken.

Die Qualität der Ausbildung soll durch die steigenden Studentenzahlen aber nicht leiden: Deshalb wolle man zunächst 150 neue Stellen an den Hochschulen in Bayern schaffen, so der Minister. Die finanziellen Mittel der Hochschulen sollen deshalb bis zum Jahr 2008 auf mehr als drei Milliarden Euro steigen.

"LMUinnovativ" soll das Profil der LMU schärfen

Neben der Erweiterung ihrer Studienplatzkapazitäten wollen die drei Münchner Hochschulen auch die Ausbildung des akademischen Nachwuchses verbessern. So sollen englischsprachige Vorlesungen die Fachhochschule München internationaler machen und zwölf Kompetenzzentren die fächerübergreifende Forschung unterstützen. Mit dem Programm "LMUinnovativ" will die LMU weiterhin an ihrem wissenschaftlichen Profil arbeiten. Ebenso hält die TU mit "innovaTUM 2008" an ihrem Reformkurs fest. Zusätzlich wollen beide Hochschulen künftig noch stärker zusammenarbeiten.

Die ersten Früchte ihrer Anstrengungen konnten LMU und TU bereits am Freitag ernten: Neben der TH Karlsruhe gingen die beiden Universitäten als Sieger aus der Exzellenzinitiative hervor.

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