Miese Abzocke über Schadsoftware

Trojaner legt Smartphone lahm und verlangt Lösegeld

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Berlin - Apps außerhalb des Google Play Stores zu installieren, birgt ein großes Sicherheitsrisiko. Jetzt gibt es einen neuen Trojaner, der bis zu 1.500 Dollar kosten kann. Wie schützt man sich davor?

Sicherheitslücken bei Android-Smartphones sind leider keine Seltenheit. Zuletzt beunruhigte Handy-Besitzer die Nachricht über die sogenannte "Stagefright-Lücke", die es Angreifern ermöglichte, über eine simple Nachricht Kontrolle über das Gerät zu gewinnen. Jetzt versetzt eine neue Schadsoftware die Android-Nutzer in Angst: Der sogenannte "Android/Lockerpin.A" verlangt 500 Dollar Lösegeld und ändert die PIN-Nummer des Geräts. 

Solche Schadsoftwares heißen in der Fachsprache "Ransomware". Der "Lockerpin" verbreitet sich momentan vor allem in den USA. Entdeckt wurde die Software vom Sicherheitssoftware-Anbieter "ESET". Wenn sie sich auf dem Gerät eingenistet hat, erschleicht sich die Software durch einen Trick alle Administrator-Rechte und verändert die PIN zum Entsperren des Smartphones. Dieses ist somit für den Nutzer nicht mehr zugänglich, berichtet die Webseite "heise Security".

Wie kann man sich vor dem Trojaner schützen?

Anschließend erscheint eine Nachricht, angeblich vom "FBI", die dem User mitteilt, er habe verbotene pornographische Seiten besucht. Deshalb sei sein Handy nun gesperrt. Der Trojaner steckt in einer App namens "Porn Droid", die von den meisten Betroffenen als echte App missverstanden wird. Die Nachricht beinhaltet zudem eine Aufforderung, dass eine Strafe von 500 US-Dollar fällig sei - wer die nicht innerhalb von drei Tagen zahle, müsse stattdessen 1.500 Dollar aufbringen. Wer dann nicht auf den Link zum Bezahlen klickt, sondern die Mitteilung ignoriert und wegdrückt, tappt in die Falle: Die Schadsoftware ändert automatisch den PIN-Code und sperrt das Telefon so für den Nutzer. 

Für den Betroffenen gibt es dann nur noch einen schmerzhaften, aber unumgänglichen Ausweg, den Trojaner loszuwerden: Er muss das Smartphone komplett zurücksetzen - und dabei in Kauf nehmen, dass alle Daten verloren gehen. 

Doch man kann sich auch ganz einfach vor solchen "Lockerpins" schützen: Über den offiziellen Play Store von Google wird die Schadsoftware momentan noch nicht verbreitet. Ausschließlich Apps aus unbekannten Drittquellen können den Trojaner verbreiten. Deshalb sollte Vorsicht beim Installieren von Apps unbekannter Anbieter geboten sein.

sb

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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