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Mario Gomez spielt beim FC Bayern. Sein Verein hat ein umfangreiches Web-Angbot, sogar mit Web-TV.

Anpfiff im Netz - Bundesliga im Internet

München - Die Bundesliga findet nicht nur auf dem Rasen statt. Im Internet sind die Vereine alle längst aktiv und bieten ihren Fans eine ganze Menge an: TV- und Radio-Übertragungen, Kinderclubs und Shops.

In Deutschland werden Wölfe gejagt - keine mit Fell und scharfen Zähnen, sondern die Kicker vom VfL Wolfsburg, dem amtierenden Meister der Fußball-Bundesliga. Meisterlich präsentieren sich die Niedersachsen auch im Internet: mit Jubelbildern vom letzten Spieltag der vergangenen Saison. Was haben die Webseiten des VfL und der anderen Profivereine darüber hinaus - und neben den üblichen News-Leisten, Terminkalendern und Fan-Communitys - zu bieten?

Die Wolfsburger verzichteten zuletzt noch darauf, aber bei den meisten Konkurrenten ist er heute Standard: der eigene Fernsehsender. Ob im “fcb.tv“ von Bayern München, im “SC Freiburg TV“ des Aufsteigers aus Südbaden oder im “Fohlen.TV“ von Borussia Mönchengladbach: Bei den Online-Stationen sind Höhepunkte oder auch komplette Spiele, Interviews und Trainingsberichte zu sehen.

Die Preise und Konditionen unterscheiden sich von Club zu Club, wenn auch nicht gravierend. So bietet der VfB Stuttgart Quartals- und Jahresabos für 11,95 beziehungsweise 39,95 Euro an. Der 1. FC Nürnberg verlangt für ein Jahr “Clubtv“ 35,99 Euro. Neben einem Quartals- gibt es auch ein Halbjahresabo (19,99). Der VfL Bochum  bietet auch Monatshäppchen (3,95) an. Hannover 96 setzt auf Zahlenmystik (Jahresabo für 39,96) - und die Frankfurter Eintracht auf Radio-Liveübertragungen vor allem von Auswärtsspielen. Pro Partie kostet das 1,49 Euro.

Die Portale sind vielsprachig unterwegs

Objektivität ist beim Fußball ein wertvolles Gut. Mitunter braucht es der Fan aber hemmungslos subjektiv - und ist dann beim Liveticker, den viele Vereine auf ihren Webseiten anbieten, oft goldrichtig. “Ja gibt es denn das!“ kommentierten etwa die Tickerer von Hannover 96 am letzten Spieltag der vorigen Saison ein Gegentor in allerletzter Minute. Und beim FC Bayern wurde noch bis kurz vor dem Saisonfinale die Hoffnung auf die Meisterschale wachgehalten und der “spannendste Titelkampf aller Zeiten“ ausgerufen. Spannend zu beobachten ist, wie international sich die Vereine geben. Während sich die meisten mit einer englischen Variante ihrer Webseiten begnügen, setzt die Berliner Hertha neben den Bayern Maßstäbe: mit einer chinesischen, einer polnischen und einer italienischen Version - Englisch gibt es sowieso. Der VfL Bochum hat Japanisch im Programm, Schalke 04 Russisch. Der VfL Wolfsburg ist auf Spanisch und Portugiesisch am Start - letzteres sicher wegen des brasilianischen Stürmers Grafite.

Neben den südamerikanischen ist man beim amtierenden Meister auch um die jüngsten Fans bemüht: Im “Wölficlub“ gibt es aktuelle Infos für Kinder. Ähnliche Plattformen haben zum Beispiel der Hamburger SV mit “HSV Kids“, Borussia Dortmund mit dem “BVB Kidsclub“, Hertha BSC mit der Seite www.herthinho.de oder der VfL Bochum mit dem “Bobbi Klub“. Auf der Seite von Bayer Leverkusen gibt es immerhin ein Aufnahmeformular für den “Löwenclub“. Ebenso wenig fehlt bei der Webpräsenz der Werkself ein Hinweis auf das soziale Engagement der Bayer 04 Fußball GmbH.

Solches gehört bei den Proficlubs heutzutage mehr oder weniger selbstverständlich dazu - so auch bei Werder Bremen, wie unter www.werder.de zu lesen ist. Dort ist auch ein Hinweis auf die Aktivitäten des Vereins gegen Diskriminierung zu finden. Wer diese unterstützen will, kann bei einer digitalen Unterschriftenaktion gegen Rassismus mitmachen.

Jedem Verein sein Liedgut

“Dem echten Meenzer liegt die Musik im Blut“, steht auf der Seite von Mainz 05. Deshalb finden Fans des Aufsteigers oder vielleicht eher solche, die es werden wollen, etliche Texte von Songs, die am Bruchweg zum Besten gegeben werden. Auch in der anderen in der Bundesliga vertreten Karnevalshochburg, in Köln, ist man dem Liedgut zugetan. Ehrensache, dass Fans der Geißbockelf schon auf der Startseite die “FC-Hymne“ anschalten können.

Einige Proficlubs lassen online ihre Historie Revue passieren. Das kommt im Fall der TSG Hoffenheim zwar etwas bemüht daher. Schließlich hat sie sich ihrer Wurzeln im Jahr 1899 erst in jüngster Vergangenheit erinnert. Im Fall von Traditionsvereinen wie dem VfB Stuttgart oder Bayern München lesen sich die Rückblicke dagegen durchaus interessant. Umso erstaunlicher ist es, wie wenig offensiv diese Vereine online auf ihre Erfolge verweisen.

Wann hat der HSV nochmal den Europapokal der Landesmeister gewonnen? Wer das auf der Vereinsseite nachschlagen will, darf es nicht eilig haben. Selbst die Bayern, sonst so gar nicht als Verfechter des Understatement bekannt, haben ihre lange Liste mit Titeln in dritter Ebene versteckt. Da muss schon ein aktueller Zweitligist kommen und zeigen, wie man Glanz und Gloria von einst richtig in Szene setzt: Wer die Seite des 1. FC Kaiserslautern öffnet, sieht nicht nur über dem Betzenberg die Sonne scheinen. Er kann auch sofort die “FCK-Momente“, “Wahre Helden“ des Vereins, die “Traditionself“ und “Lautrer Buben“ anklicken. All das ist nur ein paar Pixel entfernt von diversen zu abonnierenden RSS-Feeds und dem Twitter-Kanal der Roten Teufel.

Von Florian Oertel, dpa

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