In Ansbach begann das moderne Bayern

- Die ehemalige Residenzstadt Ansbach in Mittelfranken steht im Mittelpunkt des letzten Vortrags vor Weihnachten im Rahmen der Bavaristischen Ringvorlesung. Prof. Hermann Rumschöttel wird am Mittwoch, 18. Dezember, 19 Uhr, im Audimax des Uni-Hauptgebäudes über die Gründung des modernen Bayern sprechen. Wichtige Impulse gingen damals von Ansbach aus.

<P>Mit der Abdankung des letzten Markgrafen von Ansbach-Bayreuth im Jahr 1791 wurden große Gebiete des heutigen Nordbayerns preußisch. Karl August Graf von Hardenberg, der später als der große Reformer Preußens wirken sollte, kam als Minister mit großen Vollmachten aus Berlin nach Ansbach und begann sofort mit umfassenden Reformen im ehemaligen Ansbacher Fürstentum. Ohne Rücksichten auf gewachsene Strukturen und altes Recht formte er einen modernen Staat. <BR><BR> In dieses Klima von Veränderung kam im Jahre 1795 auch ein Flüchtling: Herzog Maximilian Joseph von Zweibrücken war von den vorrückenden französischen Revolutionstruppen aus seiner pfälzischen Heimat vertrieben worden. Doch der Wittelsbacher hatte eine große Zukunft vor sich. Er war als nächster Verwandter des kinderlosen Kurfürsten von Bayern zu dessen Nachfolger bestimmt. In Ansbach bereitete sich der Herzog, der ab 1806 als Maximilian I. Joseph erster bayerischer König werden sollte, schon einmal auf seine Regierung vor.</P><P> Zu seinem wichtigsten Berater machte er schon damals den Freiherrn Maximilian von Montgelas. Der Franzose, später wichtigster Minister des Königs, schrieb in den Jahren im Exil das sogenannte Ansbacher Memoire, eine Denkschrift, in der Montgelas die großen Leitlinien für die Umwandlung Kurbayerns in einen modernen Verwaltungs- und Verfassungsstaat entwarf. Diese Ideen wurden ab dem Regierungsantritt Maximilians in Kurbayern 1799 und besonders ab 1806 im Königreich umgesetzt. Noch heute ist in den staatlichen Strukturen Bayerns Montgelas allgegenwärtig. Im fränkischen Ansbach, das damals ebenfalls Teil Bayerns wurde, lag somit die Keimzelle des modernen bayerischen Staates.</P><P> Anmerkung: Der erste Vortrag nach Weihnachten findet am Mittwoch, 15. Januar 2003, statt. Die insgesamt 25 Vorträge der Bavaristischen Ringvorlesung des vorigen und des laufenden Semesters werden ab Januar im Bildungskanal BR alpha ausgestrahlt. Sendezeit: jeweils freitags um 18 Uhr; Beginn ist Freitag, der 10. Januar. <BR></P>

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