+
Diese Warnung ploppt bei Handynutzern auf, die möglicherweise eine App aus unbekannter Quelle installiert haben. Christoph Büchele, Experte für Computerkriminalität, warnt davor, ungeprüfte Apps zu installieren.

Böse Überraschung

App-Zocke: Vorsicht vor Viren, die Handys angreifen

  • schließen

München - Eine 39-jährige Münchnerin wollte sich mit ihrem Smartphone die Zeit vertreiben, als sie eine böse Überraschung erwartete. Plötzlich ging nämlich nichts mehr. Die Polizei warnt vor Fehlermeldungen, bei denen Smartphone-Nutzer von Betrügern aufgefordert werden, Geld zu bezahlen.

Plötzlich tauchte auf dem Display des Samsung-Handys einer 39-Jährigen eine Warnung auf. Der Zugang wurde gesperrt, sie konnte ihr Smartphone nicht mehr benutzen. In der Fehlermeldung wurde die Münchnerin aufgefordert, 100 Euro über einen Zahlungsdienstleister zu übermitteln. Erst dann würde ihr Gerät wieder freigeschaltet. Die Zahlungsaufforderung soll ausgerechnet das Bundeskriminalamt abgeschickt haben. Die 39-Jährige hatte, bevor sie die Warnung auf ihr Handy mit Android-Betriebssystem bekam, eine neue Spiele-App installiert und kurz gespielt. Nachdem sie ihr Smartphone neu gestartet hatte, ploppte die Fehlermeldung auf.

Der 39-Jährigen kam die Zahlungsaufforderung komisch vor, sie verständigte die Polizei. „Was der Münchnerin passiert ist, beobachten wir in letzter Zeit häufiger“, berichtet Christoph Büchele, Experte für Computerkriminalität bei der Münchner Polizei. Gleich drei Anzeigen seien wegen dieser betrügerischen Zahlungsaufforderungen auf Smartphones in der vergangenen Woche eingegangen. Ein 15-Jähriger wurde während des Surfens mit seinem HTC-Gerät, ebenfalls mit Android-System, aufgefordert, 100 Euro zu zahlen, damit sein Gerät wieder freigeschaltet wird.

Die Polizei registriert seit einem halben Jahr verstärkt, dass Betrüger es auf Smartphones – hauptsächlich mit Android-Betriebssystem – abgesehen haben. Der Experte Christoph Büchele gibt Tipps, wie Nutzer sich vor sogenannter Schad-Software, die Handys über eine Sicherheitslücke im Browser angreifen können, schützen.

  • Jeder Handynutzer sollte verstärkt auf die Sicherheit seines Smartphones achten. Dazu gehört vor allem, eine Antivirensoftware zu installieren.
  • Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Handynutzer die Installation von Apps aus unbekannten Quellen nicht zulassen. Denn bei ungeprüften Apps haben Betrüger leichtes Spiel, Viren auf dem Handy zu installieren.
  • Für Geräte mit dem Betriebssystem Android 4.3 und älter gibt es keine Updates zum Standard-Internetbrowser mehr. Google stellt dafür keine Updates mehr zur Verfügung. Der Experte Büchele empfiehlt, einen anderen Browser, für den es noch Updates gibt, als Standard einzurichten.
  • Wenn ein Warnhinweis auf dem Handy-Display erscheint, sollten Nutzer auf gar keinen Fall Geld übermitteln. „Der Inhalt ist frei erfunden und das Bundeskriminalamt hat damit gar nichts zu tun“, warnt Büchele. Das Gerät werde auch dann nicht freigeschaltet, wenn der Nutzer 100 Euro übermittelt hat. Bekommt man eine Zahlungs-Aufforderung, sollte sofort Anzeige erstattet werden.
  • Ist das Smartphone mit einer Schad-Software infiziert, muss das Gerät in der Regel auf Werkszustand zurückgesetzt werden. Weil dadurch alle Daten verlorengehen, sollten auch bei Smartphones regelmäßig Sicherungskopien gemacht werden.

Stefanie Wegele

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Samsung Galaxy Note 8 scheitert im Falltest
Zerbricht das Gehäuse, oder zerbricht es nicht? Eine echte Bewährungsprobe für Smartphones ist der Falltest von Stiftung Warentest. Das Samsung Galaxy Note 8 schnitt …
Samsung Galaxy Note 8 scheitert im Falltest
Bose-Kopfhörer unterstützt Google Assistant
Auch Kopfhörer werden immer smarter. Das beweist ein neues Modell von Bose. An der linken Hörmuschel befindet sich eine Taste, die den Griff zum Smartphone überflüssig …
Bose-Kopfhörer unterstützt Google Assistant
Tabs in Chrome stummschalten
Wenn eine Webseite aufdringliche Musik spielt oder Werbevideos aufpoppen, können Chrome-Benutzer einfach den Sound abstellen. Das geht sogar ohne Ad-Blocker.
Tabs in Chrome stummschalten
Elefantastisch: Reden wie ein Dickhäuter
Elefanten kommunizieren durch Bewegung ihres Rüssels und mit Lauten. Jetzt gibt es eine Art "Übersetzungsservice", der menschliche Sprache in Elefantensprache übersetzt.
Elefantastisch: Reden wie ein Dickhäuter

Kommentare