APPELL ZUR VORSORGE

- Nur zwei Prozent aller Bayern über 55 Jahre nutzen die kostenlose Vorsorge-Darmspiegelung, die von den Krankenkassen seit Oktober 2002 angeboten wird. Das berichtete der Gastroenterologe Dr. Berndt Birkner auf einem Münchner Symposium. Diese Auswertung aus den ersten fünfzehn Monaten nach Einführung der neuen Vorsorgeuntersuchung sei ein Grund zur Sorge, so der Mediziner.

<P>"Darmkrebs ist gut heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird. Bei rund 14 Prozent der in der Vorsorge untersuchten Patienten wurden Polypen und Adenome gefunden. Werden diese entfernt, ist die Entwicklung zum Darmkrebs vorerst gestoppt", so betont Professor Meinhard Classen, einer der Pioniere der Darmkrebsvorsorge. Derweil diskutieren die Krankenkassen bereits preiswertere Alternativen zur Vorsorgekoloskopie, etwa die Kombination aus Stuhlbluttest und Enddarmspiegelung (Sigmoidoskopie), warnen Internisten. </P><P>Doch diese Kombination ist kein gleichwertiger Ersatz zur totalen Darmspiegelung: "Die Detektionsrate für Darmkrebsvorstufen liegt hier nur bei etwa 60 Prozent", so Classen. </P><P>Weil die Angst vor der Darmspiegelung die meisten Menschen vom Gang zum Arzt abhält, wird von Radiologen zunehmend als "patientenfreundlichere" Alternative die "virtuelle Kolographie" (3D-Darstellung des Darms von außen) angeboten. Dabei wird aus dem Datensatz eines Computertomogramms (oder neuerdings auch Kernspintomogramms) das Darminnere errechnet und am Monitor dargestellt. Bisher gibt es für diese Form der Darmmuntersuchung allerdings noch keine Qualitätsstandards, wie die Experten betonten. </P>

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