Apple entdeckt Kinderarbeit bei Zulieferern

Shanghai - Kinderarbeit, gefährliche Sicherheitslücken, hohe Selbstmordraten - der US-Computerriese Apple hat bei einer Überprüfung seiner Zulieferer gravierende Mängel entdeckt.

In insgesamt 127 Betrieben seien im vergangenen Jahr Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, teilte das Unternehmen in seinem jährlichen Bericht über die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern mit. In zehn chinesischen Fabriken seien insgesamt 91 Minderjährige beschäftigt gewesen. Im schlimmsten Fall hätten in einer Fabrik 42 Minderjährige gearbeitet, deren Schule ihre Ausweise gefälscht habe, erklärte der iPhone-Hersteller. Apple habe daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen beendet.

In einer anderen Fabrik in der Nähe von Shanghai seien Dutzende Arbeiter einer gefährlichen Chemikalie ausgesetzt gewesen. Insgesamt 80 Betriebe seien wegen ihres Umgang mit Chemikalien zu Änderungen angewiesen worden. Den taiwanischen Zulieferer Foxconn lobte Apple indes für seinen Einsatz zur Verhinderung weiterer Mitarbeiter-Selbstmorde. Das Unternehmen habe seine Unterstützung für die Angestellten verbessert und damit einer unabhängigen Untersuchung zufolge “definitiv Leben gerettet“, hieß es in dem Bericht.

Der Elektronikhersteller war nach einer Selbstmordserie in einem seiner chinesischen Werke in die Kritik geraten. Foxconn fertigt iPhones und iPads für Apple sowie Geräte für weitere bekannte Firmen wie Sony, Dell, Nokia und Hewlett-Packard. Chinesische Zeitungen reagierten am Mittwoch mit Kritik auf den Apple-Bericht. Chinesische Arbeiter zahlten einen hohen Preis für den Erfolg von Apple, schrieb die “Shanghai Daily“. Die staatliche Zeitung “21st Century Business Herald“ titelte: “Apple veröffentlicht Zuliefererbericht: Chinesische Umweltgruppen unzufrieden“.

dapd

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