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Eine Frau betrachtet in der Ausstellung "Der i-Kosmos. Macht, Mythos und Magie einer Marke" verschiedene Tablet-PCs.

Apple als Kunstobjekt - erste i-Ausstellung

Frankfurt/Main - Apple ist Kult - aber auch Kunst? Mit dem Mythos der Apfel-Elektronik befasst sich in Frankfurt jetzt zum ersten Mal eine Designausstellung: "Der i-Kosmos":

Exponate im Internet zu ersteigern ist für die Kuratoren im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt nicht die Regel. Aber was sollten sie machen? Die weltweit erste Designausstellung zu den Produkten des amerikanischen Elektronikherstellers Apple muss ohne Unterstützung des kalifornischen Konzerns auskommen. Dennoch gelang dem Design-Kurator Professor Volker Fischer eine umfangreiche und ungewöhnliche designhistorische Ausstellung mit dem Titel “Der i-Kosmos. Macht, Mythos und Magie einer Marke“.

Fischer sieht in der Abwehrhaltung von Apple einen “unterentwickelten Sensus für die eigene Geschichte“. Tatsächlich hat Apple-Chef Steve Jobs nach seiner Rückkehr im Jahr 1997 eine Ausstellung auf dem Apple-Campus in Cupertino als Sparmaßnahme schließen lassen. Das kleine Apple-Museum wurde auch nicht wieder eröffnet, als es dem Konzern finanziell wieder besser ging.

Die neue Apple-Sensation "iPad"

Apple-Faszination "iPad"

Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt nun bis zum 8. Mai i-Geräte und vergleichbare Produkte anderer Hersteller. Die rund 300 Exponate reichen vom kuriosen Spartenprodukt bis zur genialen Alltags-Elektronik: Der populäre Tablet-PC iPad ist genauso dabei wie ein waschbares iPod-T-Shirt mit textiler Bedienfläche. Apple sei es gelungen, dass nicht mehr der Nutzen, sondern die Begehrlichkeit die Kaufentscheidung beeinflusse, sagte Fischer. Das Design von iPod, iPhone, iPad und Co sieht er in der Tradition des Bauhausstils.

Neben ihrer Ästhetik ist für Fischer auch die innovative Technologie der Apple-Geräte ein Grund für die ungewöhnliche, markenbezogene Ausstellung: “Andere Hersteller sind gezwungen, sich an diesen Produkten zu orientieren. Der Grad der Neuerung ist so groß.“ Deshalb war es ihm wichtig, auch gerade die Nachahmer-Stücke anderer Firmen zu zeigen, “die aber alle ästhetisch den Apple-Produkten nicht das Wasser reichen können“.

Auch die Konkurrenz-Firmen waren oft nicht bereit, Exponate zur Verfügung zu stellen - offizielle Begründung: Sie benötigen jedes Gerät für den Verkauf. Tatsächlich, vermutet Fischer, scheuten sie aber nur den direkten Vergleich zum hübscheren Original in der Vitrine nebenan. “

Applemania“ nennt Fischer den ungewöhnlichen Hype um die Apfel-Marke. Deshalb hängen auch im Entree des Apple-Ausstellungsbereichs zwei großformatige Fotos: Das rechte zeigt hysterische Beatles-Fans, die 1965 eine Kette mit Polizisten durchbrechen - Beatlemania. Das linke zeigt eine ähnlich hysterische Szene, die allerdings auf das Konto von Apple geht. Zu sehen sind Käufer des neuen iPads, die jubelnd ein Frankfurter Elektronikgeschäft verlassen - den brandneuen Tablet-PC fest im Griff - Applemania.

dpa

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