+
Mit einer neuen Funktion macht es Apple Sicherheitsbehörden noch schwerer, an die Daten eines iPhones zu gelangen. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez

Neue Funktion

Apple will Knacken von iPhones erschweren

Apples iPhones sind verschlüsselt - und Ermittler beschweren sich oft, dass sie nicht an Daten von Verdächtigen herankämen. Es gibt zwar Firmen, die dank einer Schwachstelle das Entsperren der Telefone anbieten, doch Apple könnte ihnen bald das Leben schwer machen.

Cupertino (dpa) - Apple will das Knacken seiner iPhones noch weiter erschweren und riskiert damit eine neue Konfrontation mit Sicherheitsbehörden.

Der Konzern entwickelte eine Funktion, bei der sich der "Lightning"-Anschluss des Geräts eine Stunde nach der letzten Benutzung für Datenverbindungen deaktiviert. Die Akkus können dabei weiterhin über den Anschluss geladen werden, wie das Unternehmen erklärte.

Die iPhones sind grundsätzlich verschlüsselt und lassen sich nur per Eingabe eines Passcodes sowie mit Fingerabdruck oder Gesichts-Scan des Nutzers entsperren. Zugleich gibt es aktuell mindestens zwei Anbieter, die eine öffentlich, nicht näher bekannte Schwachstelle ausnutzen, um die Telefone über eine Kabelverbindung zum "Lightning"-Anschluss zu entsperren. Mit der Deaktivierung der Buchse würde Apple den Zeitraum, in dem das überhaupt möglich ist, drastisch verkürzen. Dem "Wall Street Journal" zufolge ist noch offen, ob die Funktion bereits in dem für diesen Herbst angekündigten nächsten iPhone-Betriebssystem iOS 12 eingeführt werden könnte.

Apple betonte, dem Konzern gehe es darum, seine Geräte besser gegen Angriffe von Hackern und Identitätsdieben sowie gegen das Abgreifen persönlicher Daten zu schützen. "Wir haben den größten Respekt vor Sicherheitsbehörden und entwickeln unsere Sicherheitsverbesserungen nicht, um ihre Arbeit zu erschweren.

Sicherheitsbehörden kritisieren schon länger die Verschlüsselung von iPhones und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android, weil sie die Geräte für sie unzugänglich mache und Ermittlungen behindere. In den USA wurde Apple Anfang 2016 vom US-Justizministerium verklagt, mit der Forderung, das Entsperren des iPhones eines toten Attentäters zu ermöglichen. Der Konzern weigerte sich und warnte, eine Software dafür zu schreiben, würde am Ende die Sicherheit für alle verschlechtern. Am Ende zogen die US-Behörden ihre Klage zurück, nachdem sie nach eigenen Angaben mit Hilfe eines externen Dienstleisters an die Daten im iPhone kamen.

Aktuell bietet die israelische Firma Cellebrite Sicherheitsbehörden an, iPhones von Verdächtigen zu entsperren. In den USA gibt es das Unternehmen GrayShift, das Ermittlern eine Box ab einem Preis von 15.000 Dollar verkauft, mit der sie die Telefone selbst knacken können. Dieser Ansatz wird von einigen Experten kritisiert, wegen der Sorge, die Geräte könnten in die Hand von Kriminellen geraten. Apple stellt Sicherheitsbehörden auf richterlichen Beschluss unverschlüsselte Informationen von Nutzern zur Verfügung.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zugang der Familie befreit nicht von Haftung für Filesharing
Von Internet-Anschluss eines Mannes wurde illegal ein Hörbuch zum Download angeboten. Er verwies darauf, dass auch seine Eltern Zugang zum Anschluss hatten. Nach …
Zugang der Familie befreit nicht von Haftung für Filesharing
Android-Smartphone als WLAN-Repeater nutzen
Wer mit seinem Smartphone einen Hotspot nutzt, stößt schnell an die Grenze des WLAN-Radius. Über USB und Bluetooth lässt sich die Reichweite jedoch vergrößern. So geht's:
Android-Smartphone als WLAN-Repeater nutzen
Beliebte Game-Apps: Magische Eiswindtäler und bunte Bonbons
Neue Games bringen neben Klassikern viel Spannung in die Game-Charts. Auf den vorderen Rängen landet etwa das Abenteuer "Icewind Dale". Auf Platz eins schafft es mit …
Beliebte Game-Apps: Magische Eiswindtäler und bunte Bonbons
Top-Apps: Von schlauen Uhren und der perfekten Illusion
In Zeiten von Facebook und Instagram kommt kaum noch jemand ohne ein perfektes Porträt aus. Daher landet auch die App "Facetune" auf immer iPhones. Unangefochtener …
Top-Apps: Von schlauen Uhren und der perfekten Illusion

Kommentare