Pendlerrekord in München

Gemeinsam günstig unterwegs: Apps für Mitfahrgelegenheiten boomen

Ob zur Arbeit, Hochschule oder auf Reisen: Gelegenheiten, Fahrgemeinschaften zu bilden, gibt es viele. Durch Apps wird „Shared Mobility“ immer flexibler.

Hannover/München - Immer mehr Erwerbstätige, Schüler und Studenten pendeln, Tendenz steigend.  Allein im raum München machen sich rund 500.000 Pendler täglich auf den Weg in die Stadt - oder eben auf Reise in die entgegengesetzte Richtung. Pendlerrekord! Und mit der steigenden Zahl der Pendler steigen auch die Mitfahrgelegenheiten. Während diese Kontakte früher zumeist über Schwarze Bretter und anschließende Telefonate zustande kamen, unterstützen heute Internetportale wie flincBlabla-Car oder fahrgemeinschaft.de die Bildung von Mitfahrgelegenheiten. Mit Apps ist die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit per Smartphones und Tablets auch unterwegs möglich. So können Nutzer auch unterwegs in Erfahrung bringen, wie sie per Mitfahrgelegenheit weiterkommen oder selbst spontan ein Angebot einstellen. Mitfahrer zahlen dafür eine Vermittlungsgebühr, bei manchen Angeboten werden so auch gleich die Fahrtkosten abgerechnet. 

Fahrgemeinschaften sind schicker geworden

„Durch mobile Endgeräte und Webtechnik wurden Fahrgemeinschaften auf eine andere Ebene gehoben. Es ist schicker geworden“, sagt Frank Dalock. Der Inhaber einer Lüneburger Internetagentur hatte die Idee für die Plattform pendlerportal.de. Das Besondere: Hier zahlen nicht die Mitfahrer, sondern auch Kommunen und Unternehmen, die so ihren Bürgern oder Mitarbeitern helfen, Fahrgemeinschaften zu gründen.

„Zu Beginn stand bei uns der Berufspendler im Fokus“, erläutert Dalock. Mittlerweile werden auch Wochenendfahrten oder einmalige Reisewege vermittelt.  250 Lizenzen für Städte, Gemeinden und Unternehmen hat Dalock bislang bundesweit verkauft. Er sieht das Angebot als Ergänzung zu Bus, Bahn und anderen Verkehrsangeboten.

Beispielsweise in Osnabrück wird an Apps gearbeitet, über die Nutzer individuell nach dem schnellsten und günstigsten Verkehrsweg zum jeweiligen Ziel suchen können - egal ob Shared Mobility, Bus, Fahrrad oder privates Auto.  

Soll es ein Nichtraucherauto sein? Oder fährt der Nutzer lieber mit Frauen als mit Männern? Auch das kann bei Online-Portalen gewählt werden. „Es ist unkompliziert, schnell und spontan“, sagt Ole Kamm vom Verkehrsclub Deutschland. Die Gesuche würden sofort abgeglichen, auch der Zustieg entlang der Strecke werde geprüft. Allerdings sei die Vermittlung weitgehend anonym, wie sicher ein Fahrer fährt, sei oft nicht zu ermitteln. Und: Kostenpflichtige Portale seien verbindlicher.

Franziskus Reich mit Material von dpa

Rubriklistenbild: © obs/mitfahrgelegenheit.de/carpooling

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