Action-Abenteuer

So schlägt sich Assassin‘s Creed Unity im Test

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Das neue „Assassin‘s Creed: Unity“ von Ubisoft verschlägt den Spieler diesmal in die Französische Revolution. Und wie schlägt sich der siebte Teil des Action-Abenteuers? Zum Test.

Nach der amerikanischen Revolution und der großen Zeit des Piratentums in der Karibik geht es im neuen "Assassin‘s Creed: Unity" diesmal in das alte Paris von 1789. Im Volk brodelt es und der Aufstand gegen die Fürstenherrschaft steht unmittelbar bevor. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß, dass eine ziemlich blutige Episode der europäischen Geschichte folgt. Stichwort: Guillotine. Held des Spiels ist diesmal ein junger Mann namens Arno. Im Laufe des Spiels entlarvt er die wahren Mächte hinter der Revolution. Und die sind natürlich ganz anders als jene Handelnden, die man aus dem Geschichtsunterricht kennt. Und wer schon mal ein Spiel der Reihe "Assassin‘s Creed" gespielt hat, ahnt natürlich, dass es wieder auf einen Konflikt zwischen den Templern und den Assassinen hinausläuft. An der Seite Arnos meuchelt man sich in dem Spiel von Bösewicht zu Bösewicht der Wahrheit entgegen. Immerhin treffen wir im Verlauf des Spiels auf historische Persönlichkeiten wie Maximilien de Robespierre, den Marquis de Sade sowie Napoleon. Parallel zur historischen Geschichte läuft wie gewohnt ein Teil des Spiels in der Neuzeit. Kurios: Dieses Mal landet man zweitweise auch im Paris des zweiten Weltkriegs.

Die neue Spielfigur Arno ist auf jeden Fall ein recht interessanter und extrem charismatischer Charakter, der sowohl selbstverliebt als auch sympathisch rüberkommt. Er schwärmt für seine Adoptivschwester Élise de la Serre. Die ist übrigens eine Templerin, was schon mal die Grundlage für dramatische Konflikte ist. Ohne hier Spoilern zu wollen: Die Geschichte nimmt noch düstere und unerwartete Wendungen.

Wunderschön: Das Paris des Jahres 1789

Schlichtweg großartig kommt die Grafik von "Assassin‘s Creed: Unity" daher. Eine derart wunderschön Umgebung wie das Paris von 1789 hat man wohl noch in keinem Spiel gesehen. Mit großer Liebe zum Detail wurde die Stadt im Spiel nachgebaut. Man kann sich an den historischen Gebäuden gar nicht sattsehen. Besonder toll: Die Kathedrale Notre-Dame de Paris. Diese ist fast perfekt nachgebaut. Und darin steckt auch jede Menge Arbeit. Laut Ubisoft haben die Grafiker haben 5000 Arbeitsstunden in die Kathedrale gesteckt. Der Gamer dankt es den Entwicklern: Es ist jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis, die Kathedrale hochzuklettern und von der Spitze aus einen Blick auf Paris zu werfen. Herrlich!

Auch die Animationen der Figuren wirken äußerst realistisch. In der Stadt laufen jede Menge nicht spielbare, Französisch sprechende Charaktere herum. Nach Aussage von Ubisoft tummeln sich bis zu 5.000 KI-Figuren gleichzeitig. Klar: Die Menschenmassen sind extrem wichtig, um die Atmosphäre des brodelnden Volkes vor und während der Revolution rüberzubringen. Was auch bestens gelingt. kurios: Nicht selten drückt man sich durch solche Massen an Menschen, dass die Spielfigur Arno zuweilen verschwindet.

Was dessen Bewegungen aussieht: Auch das Klettern wurde in technischer Hinsicht nochmals überarbeitet. Neue Parkour-Mechaniken sorgen für flüssigere Fortbewegungen entlang von Stadtmauern und Gebäudewänden. Arnos KI ist mittlerweile auch intelligent genug, um alleine den richtigen Weg nach unten zu finden. Mittlerweile kann man viele Gebäude übrigens auch durch Fenster oder Türen betreten. Was es dem Spieler ermöglicht, bei den Missionen viele verschiedene Wege zum Ziel zu nehmen.

Das virtuelle Paris des 18. Jahrhunderts bietet einem monatelange, allerbeste Unterhaltung. Dafür sorgen neben der coolen Kampagne (dauert bis zu 20 Stunden) unzählige Nebenmissionen, in denen man etwa Mordfälle aufklärt oder Nostradamus-Rätsel löst.

Hinzu kommt der Koop-Modus, in dem man mit bis zu vier Partnern Meuchel-Missionen spielen kann. Allerdings nur online. Wie bei den Einzelspieler-Missionen bietet das Spiel eine große Handlungsfreiheit, wie man seine Ziele erreicht: Egal ob Anschleichen oder voll auf den Gegner drauf: erlaubt ist alles. Geschichte ist dafür der Versus-Multiplayer-Modus, den Ubisoft aus dem Spiel gestrichen hat.

Adlersicht: "Hitman" lässt grüßen!

Die bekannte Adlersicht im Spiel orientiert sich nun an den "Hitman"-Titeln. So zeigt die Adlersicht nicht nur Feinde und anderes durch Wände. Mittlerweile werden dem Spieler auch Ablenkungsmöglichkeiten, alternative Zugänge oder spezielle Mordmethoden aufgezeigt.

Die Kämpfe in "Assassin‘s Creed: Unity" sind deutlich schwieriger geworden als in den Vorgängern. Diesmal schafft man es nicht mehr ganz so leicht, Horden von Feinden niederzumetzeln. Die Gegner zeigen eine bislang ungekannte Aggressivität und greifen meist gleichzeitig oder kurz hintereinander an. So wird die bekannte Rauchbombe in diesem Spiel wichtiger als je zuvor. Wenn die Lage aussichtslos zu werden scheint, zündet man so ein Ding, um dann ungesehen zu verschwinden. Überhaupt ist in diesem Spiel die Flucht desöfteren die bessere Alternative anstatt sich gegen eine Übermacht zu werfen. Bei den Kämpfen gilt: Timing ist alles - vor allem, wenn man gegen mehrere Feinde gleichzeitig bestehen will. Mit wildem Knopfdrücken kommt man nicht weit.

Grundsätzlich fordert einen das Spiel nahezu heraus, viel öfter im Stealth Modus vorzugehen und die Gegner lautlos und gezielt auszuschalten. "Assassin's Creed: Unity" bietet dazu ein ausgefeilteres Schleichsystem als bisher. Das funktioniert schon sehr gut. Allerdings verlässt man zuweilen ungewollt die Deckung. Die Assassinen-Fähigkeiten für cooles und effektives Ausschalten gibt es noch immer: Man muss sie in "Unity" nun über Animus-Punkte aus den Hauptmissionen freischalten. Ein wichtiges Element des Spiels sind die Kleidungsstücke: Jedes neue Kleidungsstück bringt Verbesserungen für Verteidigung, Kämpfe oder Fähigkeiten. Was dazu führt, dass die Spielfigur im Laufe der Zeit zu einem Spezialisten wird. Entweder für lautloses Töten. Oder zum Haudrauf, der mit schweren Waffen die Gegner aus dem Weg räumt. Neu hinzugekommen sind besondere Fertigkeiten wie das Knacken von Schlössern. Diese Kunst braucht man etwa, um bestimmte Truhen oder Türen zu öffnen.

Fazit

"Assassin‘s Creed: Unity" ist ein großartiges Spiel geworden. Technisch auf der Höhe der Zeit. Vor allem die Atmosphäre des revolutionären Paris mit seinen wunderschönen Gebäuden zieht einen immer wieder ins Spiel. Assassin's Creed Unity ist erhältlich für PlayStation 4, Xbox One und PC. Preis: 50 bis 60 Euro.

fro

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