Aufheizen vor dem Start

- Bienenschwärme heizen sich auf 35 Grad auf, bevor sie auf ein unbekanntes Kommando hin plötzlich losfliegen, um einen neuen Bienenstaat zu gründen. Das haben deutsche und US-Forscher bei der Untersuchung der Insekten mit Infrarotkameras herausgefunden.

<P>Die Gruppe um Jürgen Tautz von der Universität Würzburg hat ihre Ergebnisse im Fachblatt "Naturwissenschaften" der Max-Planck-Gesellschaft veröffentlicht (Bd. 90, Nr. 6).</P><P>Wenn eine Königin einen neuen Bienenstaat gründen will, fliegt sie aus und nimmt dabei eine Anzahl Bienen mit. Der Schwarm lässt sich zunächst als Traube an einem provisorischen Platz nieder und schickt ein paar Boten los, die den endgültigen Standort finden sollen. Bienen an der Außenschicht der Traube sind etwa 10 bis 15 Grad warm, weiter innen steigt die Temperatur, berichten die Forscher.</P><P> Damit sie schnell und gleichzeitig losfliegen können, wenn das Erkundungsteam eine passende Baumhöhle oder ein Erdloch entdeckt hat, müssen die Bienen der kühleren äußeren Schicht ihre Flugmuskeln im Brustkorb durch schnelles Zittern aufheizen. </P><P>Der Schwarm starte dann sobald die Tiere der äußeren Schicht 35 Grad warm sind. In durchschnittlich einer Minute sind dann alle Tiere in der Luft.</P><P>Womöglich können die Insekten spüren, wie warm ihre unmittelbaren Nachbarn sind, spekulieren die Forscher. Werde dabei ein Schwellenwert erreicht, starteten sie. Möglich scheine aber auch, dass das zurückgekehrte Erkundungsteam die Temperatur des Schwarms misst und dann ein bislang unbekanntes Aufbruchssignal gibt. </P><P> </P><P> </P>

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