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Die App "Scret" mit der Nutzer geheimen Tratsch verbreiten konnten, ist eingestellt worden. Foto: Oliver Berg

Aus für "Secret" - App für anonyme Mitteilungen macht dicht

Anonymität im Internet gilt als wertvolles Gut. Bei der App "Secret" uferte jedoch Mobbing aus. Die anfangs hochgelobte Anwendung macht nun nach 16 Monaten dicht. Das Nachsehen haben vor allem die Investoren.

San Francisco (dpa) - Vor gut einem Jahr war die App "Secret" ein neuer Liebling der Tech-Elite - doch jetzt kommt das Aus. Gründer und Chef David Byttow gab die Schließung der Anwendung bekannt, über die Nutzer anonym heikle Dinge oder auch Geheimnisse mit dem Rest der Welt teilen konnten.

"Secret" entspreche in der aktuellen Form nicht mehr der Vision, die er beim Start gehabt habe, schrieb Byttow auf der Plattform "Medium". Die App sei in 16 Monaten von über 15 Millionen Menschen genutzt worden.

Nach der anfänglichen Begeisterung in Technologie-Blogs mussten die Macher von "Secret" schnell feststellen, dass Anonymität ihre Schattenseiten haben kann. Die App geriet wegen Mobbings in den Einträgen in die Kritik, in Brasilien gingen deswegen Behörden gegen sie vor. "Secret" wurde mehrfach umgestaltet, ein Mitgründer ging im Januar, weil er mit dem neuen Design nicht einverstanden gewesen sei.

Secret hatte sich rund 30 Millionen Dollar bei Investoren besorgt. Die Geldgeber sollen nun die noch vorhandenen Mittel zurückbekommen, schrieb Byttow.

Die ähnlich funktionierende App "Whisper" gab zur selben Zeit bekannt, dass sie die Marke von zehn Millionen aktiven Nutzern im Monat geknackt habe. "Whisper" hatte schneller bei Mobbing durchgegriffen und ein Team zum Löschen beleidigender Mitteilungen eingesetzt. Außerdem wurde frühzeitig darauf geachtet, dass keine Namen genannt werden können. Zudem griff "Secret" auf das Adressbuch zu und die Nutzer konnten dadurch erkennen, dass die "Geheimnisse" aus ihrem Bekanntenkreis kommen - was die Anonymität relativieren konnte.

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