Den Außerirdischen auf der Spur

- Leben auf dem Mars - das klingt wie ein Science-Fiction-Märchen. Die wissenschaftliche Suche hat jedoch in den vergangenen Jahren Aufschwung erfahren. Auf dem Roten Planeten haben Sonden Wasser gefunden - eine Grundvoraussetzung für Leben. In den Weiten des Universums werden außerhalb unseres Sonnensystems zudem immer mehr Planeten entdeckt.

Gibt es dort vielleicht Leben? Die Astrobiologie versucht, diese Frage zu beantworten. Auf der Suche befindet sich auch Petra Rettberg. Sie leitet die Forschungsgruppe Astrobiologie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Wo könnte es in unserem Sonnensystem am ehesten Leben geben?

Rettberg: Nachdem auf dem Mars Wasser gefunden wurde, stehen die Chancen hier noch am besten. Denkbar wäre auch, dass man auf dem Jupitermond Europa fündig wird. Obwohl die Temperatur auf der Oberfläche bis minus 160 Grad Celsius erreicht, vermutet man, dass unter einer Kruste aus Wassereis ein bis zu 90 000 Meter tiefer Ozean sein könnte.

Wie suchen Sie nach Leben im Universum?

Rettberg: In den letzten Jahren hat sich die Technik enorm verbessert. Viele Planeten haben wir bereits mit Sonden erkundet. Sie haben die Objekte umkreist und dabei Daten über ihre Oberfläche und Atmosphäre gesammelt. Auf dem Mars haben uns Roboter weitere Daten über die Beschaffenheit des Bodens geliefert. Ihn kennen wir wohl am besten von allen Planeten des Sonnensystems. Der Mars war nicht immer kalt und trocken wie heute. Auch seine Atmosphäre war schon einmal dichter. Die Bedingungen dort ähnelten denen der Erde vor rund 3,5 Milliarden Jahren. Vermutlich im Jahr 2011 soll die Europäische Mission "ExoMars" starten, die sich zum Ziel gesetzt hat, vor allem nach Lebensspuren auf dem Roten Planeten zu suchen.

Wie könnte das Leben auf dem Mars aussehen?

Rettberg: Auch auf der Erde gibt es an den ungewöhnlichsten und vermeintlich unwirtlichsten Orten Kleinstlebewesen die sich dort sehr wohl fühlen. Wir nennen diese Lebewesen Extremophile. Sie haben sich zum Beispiel an heißen Tiefseeschloten oder schwefelhaltigen Gewässern angesiedelt. Einige dienen uns als Modellorganismen bei der Suche nach Leben auf dem Mars. Ihnen könnte das Leben dort ähneln.

Gibt es Laborversuche, um mögliches Leben im All nachzustellen?

Rettberg: Ja. Die Versuche basieren meist darauf, Wasser und Aminosäuren als Grundbausteine des Lebens zu verwenden. Geprägt werden solche Experimente immer noch stark von dem Versuch von Miller und Urey aus dem Jahr 1953. Die beiden haben als Erste bewiesen, dass die Entstehung organischer Moleküle in der Uratmosphäre der Erde möglich war, indem sie die damaligen Bedingungen nachstellten. In unserer Arbeitsgruppe untersuchen wir gerade, wie besonders widerstandsfähige Bakterien-Sporen sich mit Mineralien, die man auf dem Mars nachgewiesen hat, vertragen. Dazu simulieren wir mit Hilfe zahlreicher Filter auch das Strahlenspektrum, das auf die Oberfläche des Mars trifft.

Welche Voraussetzungen bräuchte Leben auf anderen Planeten?

Rettberg: Wir gehen bei dieser Frage immer von den Vorstellungen aus, wie sich das Leben auf der Erde entwickelt hat. Wasser und Kohlenstoffverbindungen spielen dabei immer eine wichtige Rolle. Es könnte aber auch ganz andere Voraussetzungen geben, unter denen sich organische Zusammenschlüsse entwickeln. Sie hätten dann ganz andere Strukturen als die, die wir kennen. Vielleicht könnten wir diese, wenn wir sie vor Augen hätten, gar nicht erkennen. Bei der Suche nach Leben darf man keinesfalls engstirnig denken.

Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen, im Universum Leben zu finden?

Rettberg: Ich bin überzeugt, dass es Leben außerhalb der Erde, im Universum gibt. Sollten wir jemals die Methoden besitzen, dieses Leben nachzuweisen, so glaube ich, dass wir am ehesten in heißen Regionen von Planeten fündig werden.

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