Ein Auto mit Köpfchen

- Die Szene mag manchen an die Fernsehserie "Knight Rider" mit David Hasselhoff erinnern, die jahrelang durch das Vorabend-Programm flimmerte: Der Fahrer setzt sich ins Auto, drückt ein paar Knöpfe und das Fahrzeug kutschiert ihn an den gewünschten Ort. Ohne dass er noch Fuß oder Finger rührt. Was einst den Köpfen von Hollywood-Regisseuren entsprungen ist, könnte bald Ein neuer Sonderforschungsbereich, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtet hat, will intelligente Autos auf die Straße schicken, die sogar das Steuer übernehmen.

An dem Projekt sind über 50 Wissenschaftler von der Universität der Bundeswehr in Neubiberg, der Technischen Universität München (TUM) und der Uni Karlsruhe beteiligt. Professor Klaus Diepold vom Lehrstuhl für Datenverarbeitung der TUM hat die Geschäftsführung übernommen. Diepold wird mit seinem Team unter anderem sensorische Systeme entwickeln, die dem Auto Auskunft geben sollen, was sich in seiner Umgebung abspielt.

"Wir werden in den nächsten Jahren Autos ausstatten mit bereits vorhandener Technik wie Videokameras, Infrarotkameras oder auch GPS", sagt er. "Damit die Fahrzeuge dann ihr Umfeld und komplexe Geschehnisse im Straßenverkehr wahrnehmen können, entwickeln wir zusätzliche Systeme mit kognitiven Fähigkeiten, die die einzelnen Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen und entsprechende Reaktionen veranlassen." Kognitive Automobile nennen die Forscher die Fahrzeuge, die durch diese Technik entstehen sollen.

"Wir müssen in Deutschland genau beobachten, was sich auf dem internationalen Markt abspielt, denn die Autoindustrie ist hier einer der wichtigsten Industriezweige", sagt er.

In vier Jahren parken Autos selbst ein

Dabei hat Diepold vor allem den Grand Challenge-Wettbewerb in den USA im Hinterkopf. Bei diesem Wettbewerb sind bereits Autos ohne Fahrer quer durch die Wüste gefahren, nur gesteuert durch einen Computer und Sensorik.

"In zwei Jahren wollen wir bereits einen Prototyp mit der neuen Technik ausstatten und erste Tests auf dem Gelände der Bundeswehruni durchführen", sagt Diepold. In vier Jahren sollen Autos wie bei einer Fahrstunde mit einem Lehrer auf dem Beifahrersitz erstmals selbständig einparken und einfache Situationen in einem nachgestellten Verkehrsfluss erfolgreich meistern.

Letztendlich sollen die Autos untereinander kommunizieren und etwa dem folgenden Fahrzeug melden, wenn es auf der Straße glatt ist. Mit dem Projekt wollen die Wissenschaftler niemandem die Freude am Fahren nehmen. "Mit unserer Technik wollen wir den Straßenverkehr in erster Linie sicherer machen und die Kognition in technischen Systemen erforschen", versichert der Ingenieur.

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