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Mit Youtube und anderen Internetportalen lassen sich viele Alltagsprobleme lösen.

Alltagsprobleme mit Youtube & Co. lösen

Baby mit Youtube-Hilfe zur Welt gebracht

Oldenburg/Unterföhring - Youtube machte Marc Stepehns zur Hebamme. Da kein Krankentransport verfügbar war, als bei seiner Frau die Wehen einsetzten, griff der Brite zur Maus. 

Der Ingenieur setzte auf ungewöhnlichen Methoden: “Ich habe bei Google gesucht, wie man ein Baby zur Welt bringt, dann ein paar Videos geschaut und die Grundlagen gelernt“, erzählt der Vater dem Fernsehsender BBC.

Stepehns Fall ist zwar ein Kuriosum, Selbstlernvideos im Internet sind aber längst keine Seltenheit mehr. Eine Suchanfrage mit den Worten “How to“ ergibt bei youtube.com über eine Million Treffer. “How to“ lässt sich dabei sinngemäß mit “Wie mache ich das“ übersetzen.

Im Internet wird darunter eine kurze Anleitung oft in Form eines Videos zu einem spezifischen Problem verstanden. Egal ob es darum geht, einen Autoreifen zu wechseln oder richtig küssen zu lernen - ein “How to“ gibt es zu fast allen kleinen und großen Problemen des Alltags.

Neben Youtube existiert eine Reihe weiterer Seiten, die sich auf Video-Anleitungen spezialisiert haben, zum Beispiel die englischsprachigen Angebote Videojug.com, 5Min.com oder wonderhowto.com.

Mit spotn.de, das von Enno Schulte-Güstenberg und Michael Schuricht in Oldenburg betrieben wird, sowie dem von Sevenone Intermedia in Unterföhring (Bayern) produzierten Hausgemacht.tv, gibt es aber auch deutsche Portale. Letzteres erhielt im Jahr 2007 sogar den Publikumspreis beim Grimme Online Award. Auch in den Portalen gibt es unzählige Anleitungen zu betrachten, wobei die Zahl der Video-Ratgeber bei den deutschen Portalen im Vergleich zu den englischen noch relativ gering ist.

Bei Spotn.de und Hausgemacht.tv stehen jeweils rund 900 Videos zum Abruf bereit. Wonderhowto.com bringt es dagegen allein auf mehr als 200 000 Videos. Allerdings findet sich darunter auch allerlei Skurriles: Wie ernst gemeint Anleitungen der Art “So bauen Sie aus ihrem PC Monitor einen Hochspannungszaun für ihr Haustier“ sind, ist mehr als fraglich. Die Clips sind in der Regel sehr kurz, meist nur wenige Minuten lang.

Bei 5Min.com gilt für ein Video - wie der Name bereits sagt - die Obergrenze von fünf Minuten. Neben den bewegten Bildern erklären die Autoren meist ihre Tipps und Tricks noch mit einigen Worten. Wer nicht auf einem deutschen Portal surft, sollte daher der englischen Sprache mächtig sein. Die Bedienung ist dafür einfach gehalten und auch ohne große Englischkenntnisse problemlos möglich. Nach Videos kann wie bei Youtube mit Begriffen gesucht werden. Alternativ sind alle Clips kategorisiert.

Wonderhowto.com in Santa Monica (Kalifornien) bietet etwa laut den Betreibern 35 Oberkategorien von Alkohol bis Waffen mit insgesamt 431 Unterkategorien. So soll sichergestellt werden, dass die User mit wenigen Klicks schnell das passende Video finden. Videos können auch kommentiert und bewertet werden. In Kommentarspalten oder der Videobeschreibung geben die Autoren oder andere User oft auch zusätzliche Tipps oder weisen auf Missverständliches im Video hin. Um diese Funktionen nutzen zu können, ist in der Regel aber eine kostenlose Anmeldung erforderlich.

Einige Portale bieten nach der Registrierung ähnlich wie die Social-Networking-Plattformen StudiVZ oder Xing die Möglichkeit, sich mit anderen Mitgliedern zu vernetzen. Ihre Inhalte generieren die Seiten meist auf zweierlei Weise: Registrierte Benutzer können eigene Videos hochladen. Teilweise produzieren die Anbieter diese aber auch selbst.

Bei hausgemacht.tv gibt es eine Wunschliste, in dem User Ideen für Video-Ratgeber vorschlagen können, die dann von der Redaktion umgesetzt werden. “Der Großteil der Videos ist bislang noch selbst produziert“, sagt Andrea Voigt von Sevenone Intermedia. Gute Ratgeber-Videos von Usern gebe es aber auch, etwa die Videos von Oma Luzie. Diese wird von ihrem Enkel gefilmt, wie sie Buletten oder eine Käsetorte zubereitet.

Mehrere tausendmal wurden die Clips der alten Dame bislang angeklickt. Neben Privatleuten entdecken auch Firmen und Medien die Videoratgeber-Portale für sich: Der Software-Hersteller Adobe stellt zum Beispiel seit März in einem gesonderten Bereich bei Youtube Video-Anleitungen zu seinen Produkten zur Verfügung. Wem demnächst also mal wieder die Frage “Wie mache ich das eigentlich?“ unter den Nägeln brennt, sollte vielleicht im Netz nach einem “How to“-Video suchen.

Jan Kluczniok

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