Bachelor und Master: schwere Umsetzung

- Ein Gutachten der bayerischen Ingenieurskammer Bau verhindert gesetzlich beschlossene Reformen an der Münchner Fachhochschule (FH). Das Gutachten droht die Umstrukturierung des Diplomstudiengangs Bauingenieurwesen in Bachelor und Master zu kippen.

<P>"Das ist Sand ins Getriebe werfen", empören sich die Verantwortlichen des Fachbereichs. Dekan Professor Karlhans Stark und der Vizepräsident der FH, Professor Peter Kammerer, fühlen sich von der Ingenieurskammer hinters Licht geführt. Seit Dezember 2003 arbeitet die FH an der Umstrukturierung des Studiums, das derzeit noch mit einem Diplom abgeschlossen wird. <BR><BR>"Mit dem Bologna-Prozess hat sich 1999 auch Deutschland verpflichtet, bis 2010 eine Vereinheitlichung des Hochschulraums zu schaffen. Dazu gehören auch die Bachelor und Master-Abschlüsse", erläutert Professor Stark. <BR>Er und sein Mitstreiter sehen in den neuen Abschlüssen eine Chance zum Neuüberdenken der Hochschullehre: Lehrinhalte können beispielsweise neu überdacht werden, Veraltetes könne "entrümpelt" werden. Für das Bauingenieurstudium bedeute dies auch, schneller den ersten akademischen Grad (nach sechs Semestern), erreichbar zu machen. Nach neuem Konzept ein berufsqualifizierender Titel.<BR><BR>Nicht qualifizierend, sondern nur berufsbefähigend, meint die bayerische Ingenieurskammer Bau aber dazu. Der Justitiar der Kammer, Andreas Ebert, befürchtet eine "Qualitätseinbuße": Die verkürzte Studiendauer des Bachelor/Master erreiche nicht die Breite des Diplomstudiengangs.<BR><BR>Auch andere Fachbereiche sehen sich mit ähnlicher Problematik konfrontiert, etwa die Architektur. Professor Theodor Hugues, Vorstandsmitglied der bayerischen Architektenkammer sieht im Bachelor nicht die Qualifizierung, die für den klassischen Architekten ausreicht: Berufsbefähigend - aber nicht berufsqualifizierend.<BR>Zumindest nicht in Bayern. In Baden Württemberg und Nordrhein-Westfalen sehen das die Ingenieurskammern nämlich anders. Dort wurde der schnelle Abschluss bereits akzeptiert.</P>

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