Balance zwischen Feiern und Lernen

- Träger des Studentenwohnheims St. Albertus-Magnus-Haus in Pasing ist die katholische Kirche, doch um in das Haus an der Avenariusstraße einziehen zu dürfen, muss man nicht katholisch sein, wie Student Merlin Obermann weiß: "Wir sind bunt gemischt in den Konfessionen, mir gegenüber wohnt ein Moslem, und wir haben auch Leute aus China und konfessionslose Studenten da."

Die Religionszugehörigkeit ist also nicht ausschlaggebend dafür, einen der 112 Wohnheimplätze im St. Albertus-Magnus-Haus zu erhalten. Vielmehr geht es darum, dass der neue Mitbewohner "zu uns passt", wie Merlin Obermann sagt.

Er ist gewählter "Senior" und gehört dem Aufnahmegremium an. Und das entscheidet über die Bewerbungen. "Die große Masse wird abgelehnt", gesteht der 26-jährige Jura-Student.

Auf ein Zimmer kommen fünf bis sechs Bewerbungen. Und nach welchen Aspekten wird ausgewählt, wer aufgenommen wird? "Es sind soziale Kriterien: ist der Student auf einen Wohnheimplatz angewiesen aus finanziellen Gründen, wohnt er so weit von München weg, dass er ein Zimmer braucht, hat er gemeinschaftliche Hobbies", nennt Merlin einige Aspekte. Wichtig sind auch zwei Referenzen, die von Personen des öffentlichen Lebens zur Bewerbung hinzugefügt werden müssen. Diese Referenzen können etwa von einem Lehrer, Pfarrer, Bürgermeister oder Gruppenleiter einer Jugendgruppe stammen.

Im St. Albertus-Magnus-Haus wohnen Studenten und Studentinnen, aber nach Stockwerken getrennt.

Warum hat Merlin sich für das Wohnheim beworben? "Mir gefällt, dass die Wohnung ein bisschen außerhalb ist", sagt der junge Mann. "Ich wohne ungern direkt am Arbeits- oder Studienplatz. Ich habe gerne eine gewisse räumliche Distanz. Und es ist auch eine schöne Gegend hier, mit den Villen und dem Stadtpark." Auch wenn das Wohnheim außerhalb des Stadtkerns liege, so sei doch die Innenstadt mit der S-Bahn gut und schnell zu erreichen, betont er. "Und nicht zu unterschätzen ist auch die erschwingliche Miete", gibt Merlin zu.

Was ihm auch gut gefällt, ist die Gemeinschaft im Wohnheim. "Wir haben sehr viele gemeinschaftliche Feiern, alle zwei Wochen findet ein Barabend statt. Außerdem gibt es das Neuen-Fest, das die neuen Mitbewohner organisieren müssen, zudem haben wir Maiball und Herbstball." Zweimal im Jahren fahren die Studentenheimbewohner auch miteinander weg - im Sommer bevorzugt an den Gardasee und im Winter zum Skifahren.

Merlin muss allerdings derzeit die gemeinsamen Feiern etwas einschränken. Er steht kurz vor dem juristischen Staatsexamen und muss lernen. Und wenn er nicht in seinem neun Quadratmeter kleinen Zimmer die Bücher wälzen möchte, bleibt ihm immer noch die Möglichkeit, Aktenordner und Lehrbücher mit in den Garten oder die große, gemütliche Sonnenterrasse zu nehmen. "Man findet immer eine Rückzugsmöglichkeit im Haus, wenn man lernen muss. Das ist das Schöne: die perfekte Balance zwischen der Zeit, die wir miteinander verbringen, und den Möglichkeiten, sich zurückzuziehen", so Merlin Obermann.

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