Bayerische Geschichte abseits von Mythen

- "Bayern - mitten in Europa": Unter diesem Titel bietet das Historische Seminar der Universität München (LMU) auch im Sommersemester und im darauf folgenden Wintersemester wieder eine Bavaristische Ringvorlesung an. Nach den Herrschern Bayerns und den Schauplätzen der Geschichte werden beim dritten Zyklus der Ringvorlesung die Beziehungen Bayerns zu anderen europäischen Staaten im Mittelpunkt stehen.

"In den ersten beiden Ringvorlesungen haben wir ins Innere geschaut, jetzt wollen wir den Blickwinkel nach außen weiten", erklärt Katharina Weigand vom Institut für Bayerische Geschichte, Organisatorin der Vortragsreihe. Zur Sprache kommen sollen dabei die Außenpolitik, äußere Einflüsse, die für Bayern prägend waren, aber auch der Export bayerischer Kultur. "Zum Beispiel wissen wohl nur die wenigsten, dass es eine bayerische Kolonie in Spanien gegeben hat", so Weigand.<BR><BR>Die Historikerin verspricht eine Mischung aus eher unbekannten Themen wie der erwähnten Kolonie und Vorträgen, die Bekanntes zum Inhalt haben, so zum Beispiel den Import des Barock nach Bayern. Der zeitliche Rahmen spannt sich dabei von bayerischen Kontakten zu den Langobarden bis zur Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als italienische Gastarbeiter nach Bayern kamen.<BR><BR>Klischees bedienen und bekannten Mythen Nahrung geben wollen die Referenten in ihren Vorträgen nicht, wie der Leiter der Ringvorlesung, Professor Hans-Michael Körner, betont. "Zwar klingen die Titel der Vorträge teilweise eingängig, was wir machen, geht aber bis hin zur Zertrümmerung von Legenden", erklärt Körner.<BR><BR>Darin sehen die Organisatoren eines der Markenzeichen der Bavaristischen Ringvorlesung. "Schon in der Reihe über die Herrscher haben wir zum Beispiel Ludwig II ohne Wagner und Sissy dargestellt und damit das Publikum überrascht", berichtet Weigand.<BR><BR>Die Vorträge finden ab 28. April jeden Mittwoch um 19 Uhr im Audimax der Universität (Geschwister-Scholl-Platz 1) statt. Zum Auftakt spricht Professor Rudolf Schieffer über Bayern und das Papsttum bis zum Ende des achten Jahrhunderts. Wir werden an dieser Stelle jeweils dienstags über den kommenden Vortrag berichten.

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