Bayerischer Architekt auf Europa-Tour

- Wer durch München geht, dessen Blick fällt unweigerlich irgendwann auf ein Bauwerk von Leo von Klenze. Ob Alte Pinakothek, Glyptothek oder die Propyläen am Königsplatz: bis heute prägt die Arbeit des Architekten das Stadtbild.

Im Dienste von Kronprinz Ludwig verschaffte er München in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Ruf als Kunst- und Kulturstadt, und auch außerhalb Bayerns war er als Baumeister gefragt, wie die Münchner Historikerin Hannelore Putz am 30. Juni in der Bavaristischen Ringvorlesung schildern wird.<BR><BR>Klenzes wohl bedeutendster Auftrag aus dem Ausland kam vom russischen Kaiser Nikolaus I. Der Herrscher hatte 1838 München besucht und zeigte sich beeindruckt von den Bauwerken Klenzes. Also beauftragte er ihn mit dem Bau der neuen Eremitage. Sieben Mal reiste Leo von Klenze dafür ins russische Kaiserreich. Auch in Paris oder London war er mehrmals als Berater vor allem beim Museen-Bau gefragt.<BR><BR>Ludwig war der Ruhm Klenzes im Ausland nicht unrecht, wie Putz erklärt. Schließlich konnte Bayern sich so zu einer Zeit politischen Machtverlustes in der Kunst profilieren.<BR><BR>"Andererseits machte Klenzes Berühmtheit ihn natürlich auch gegenüber Ludwig wertvoller", so Putz, die an einem Forschungsprojekt über die Briefwechsel zwischen Ludwig und Klenze mitarbeitet. Immer wieder, so berichtet sie, sei es zwischen den beiden zu Spannungen gekommen, weil der Architekt mehr Geld für seine Bauten haben wollte.<BR><BR>Die Vorlesung findet statt am Mittwoch um 19 Uhr im Audimax der LMU (Geschwister-Scholl-Platz 1).<BR><BR><BR><BR clear=all> 

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