Unseriösen Händlern auf der Spur

Bayern schickt Testkäufer ins Internet

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München – Um den Online-Handel sicherer zu machen, verschärft der Freistaat seine Kontrollen im Internet. Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht führen schon jetzt anonyme Testeinkäufe durch und geben die Waren zur Überprüfung ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weiter.

Damit wollen die Behörden unseriösen Händlern im Netz besser auf die Schliche kommen.

„Das ist ein neues Schwerpunktthema“, sagte Verbraucherschutzminister Marcel Huber (CSU) unserer Zeitung. Besonderes Augenmerk liegt auf Produkten, die ein potenzielles Gesundheits-Risiko darstellen. Dazu gehören etwa Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente, aber auch leicht verderbliche Lebensmittel oder Spielzeug. „Uns ist nicht wichtig, ob eine bestellte CD einen Kratzer hat“, sagte Huber. „Aber wenn ein giftiges Spielzeug im Umlauf ist, werden wir sofort aktiv.“

Wichtigstes Ziel ist es, die Verbraucher schneller zu informieren. Stellt sich ein Produkt als gefährlich heraus, setzt das LGL eine Warnung ab. Im Falle von schädlichem Spielzeug geht sie etwa an das europäische Schnellwarnsystem Rapex, das wiederum die anderen europäischen Staaten informiert. Das betreffende Produkt vom Markt zu nehmen, könnte schwieriger werden – zumal dann, wenn der Händler im Ausland sitzt. „Da werden wir möglicherweise die Globalität spüren“, sagte Huber. In solchen Fällen müsse man eben die zuständigen Behörden kontaktieren.

Bayerns Gewerbeaufsicht durchforstet seit rund zehn Jahren das Internet nach gefährlichen Produkten, bis zu 1500 unzulässige Angebote werden pro Jahr bearbeitet. Die anonymen Testeinkäufe sind laut Huber aber ein Novum in Deutschland. Sie sollen anonym durchgeführt werden, um die schwarzen Schafe unter den Händlern nicht unnötig zu warnen.

Einen Internet-Pranger wird es im Zuge der verschärften Kontrollen aus rechtlichen Gründen wohl nicht geben. Die Testeinkäufe sollen vor allem eine abschreckende Wirkung auf unseriöse Online-Händler haben.

mmä

Rubriklistenbild: © dpa

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