Berufsbezogen und doch durchlässig zu den Unis: Studium an der FH von morgen

- Bayerns Fachhochschulen sollen aufgewertet und umstrukturiert werden: Als "Innovationsmotor für unsere Wirtschaft", so Wissenschaftsminister Thomas Goppel, sollen die Fachhochschulen in der Zukunft mehr Studenten berufsbefähigt ausbilden können.

<P>Dafür wird das Studium durchlässiger werden, so dass der FH-Absolvent mit einem mittleren Abschluss (Bachelor) problemlos in den Beruf oder vertieft in einen Master-Schwerpunkt, oder auch für eine spezielle wissenschaftliche Karriere an die Uni gehen kann. Von den Fachhochschulen kommt schon jetzt jeder dritte Hochschulabsolvent in Deutschland. Künftig sollen die FHs 40 Prozent der Studienanfänger aufnehmen. 70 Prozent der Ingenieure und 50 Prozent der Informatiker, sowie der Betriebswirte in der bayerischen Wirtschaft kommen aus einer FH. Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Politiker sehen diesen Ausbildungsweg mit besonderem Wohlwollen: ist doch das FH-Studium erheblich kostengünstiger als das Studium an einer Universität.</P><P>In dem Konzept setzt man auch auf das Ziel einer Verlagerung von Uni-Studiengängen an die FH. Abgebaut werden sollen an der FH wiederum hochdifferenzierte Studienschwerpunkte in einem Studiengang zugunsten breit angelegter berufsbefähigender Bachelor-Studiengänge. Dafür solle eine Durchlässigkeit im Studium geschaffen werden, die es jedem Studenten erlaubt, sich, wie es in einem der Leitsätze formuliert ist, "nach individueller Neigung und Fähigkeit auch unter Überwindung traditioneller Hochschulgrenzen weiter zu entwickeln."</P><P>Die Fachhochschulen wollen auf parallele Studienabschlüsse (hier traditionell, da Bachelor und Master) ganz verzichten. Nicht verzichten will man im übrigen auf den Ausbau der Forschung, "auch unter Einbindung der Studierenden" und auf Einnahmen durch Studiengebühren. In der Weiterbildung.</P><P>Das umfangreiche Optimierungskonzept für die Zukunft haben die Fachhochschulrektoren und -präsidenten selbst erarbeitet und Goppel als Vorlage für seine Strategien vorgelegt. Das hatten, wie berichtet, zuvor auch die Universitäten getan. Beide Strategie-Entwürfe, das Uni- und das FH-Konzept, sind inzwischen bei der "Expertenkommission Wissenschaftsland Bayern 2020 gelandet, die unter Vorsitz von Prof. Jürgen Mittelstraß, dem Präsidenten der Europäischen Akademie der Wissenschaften, alle Vorschläge "intensiv prüfen soll." Auf konkrete Ergebnisse wird man also noch etwas warten müssen.</P>

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