Besucheransturm bei der Gamescom: Auch Poldi kickt

Köln - Die Gamescom ist noch bis Sonntag für Besucher geöffnet. Wer kommt, kann zahlreiche Neuheiten testen - muss dafür aber Schlange stehen. Auch Nationalspieler Lukas Podolski war da. Wir zeigen die besten Bilder.

Als die Tore aufgingen, stürmten die Besucher regelrecht die Hallen: Die Computerspielemesse Gamescom in Köln öffnete am Donnerstag für das Publikum mit einem enormen Andrang. “Es läuft fantastisch. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr ein kräftiges Besucherplus erreichen“, sagte der Geschäftsführer der Kölner Messegesellschaft, Oliver Kuhrt. 2009 waren 245 000 Menschen gekommen. Allerdings brauchten die Besucher auch dieses Mal Geduld: An vielen Ständen gab es lange Wartezeiten, bei besonders begehrten Spielen mussten die Gamer zwei oder drei Stunden Schlange stehen.

Schon vor dem Start drängten sich Menschenmassen an allen Eingängen. Als sie um 10.00 Uhr hereingelassen wurden, rannten viele sofort zielstrebig zu ihren Lieblingsspielen. Innerhalb kürzester Zeit waren zum Beispiel die abgeteilten Wartegänge beim heiß erwarteten Rollenspiel “Diablo 3“ voll. Andrang herrschte auch bei “World of Warcraft“ oder dem Klassiker “Legend of Zelda“, aber auch bei Ballerspielen wie “Call of Duty: Black Ops“ und Action à la “Mafia 2“.

Kick it like Poldi: Die besten Bilder der Gamescom

Kick it like Poldi: Die besten Bilder der Gamescom 

Trotzdem nahmen die meisten Besucher es gelassen. “Das Anstehen ist mir egal. Wir sind neugierig und haben seit Ewigkeiten auf dieses Spiel gewartet, jetzt wollen wir es auch sehen“, meinte zum Beispiel der 22-jährige Peer. Ein 14-Jähriger sagte dagegen: “Es ist ja cool hier, aber die Wartezeiten nerven.“ Insgesamt können die Besucher an mehr als 10 000 Spielstationen “daddeln“. Damit die Geräte nicht dauerhaft blockiert werden, sind die Spielzeiten oft beschränkt.

“Obwohl die Aussteller wirklich viele Spielstationen aufgebaut haben, lassen sich Wartezeiten leider nicht vermeiden“, sagte ein Sprecher des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). “Aber das gehört irgendwie auch zum Phänomen Gamescom dazu. Viele Spiele haben eine wahnsinnig große Fangemeinde, und so ein Fan ist dann auch bereit, stundenlang anzustehen, um als einer der ersten dieses Spiel testen zu können.“

Die Spiele-Highlights der Gamescom

Die Spiele-Highlights der Gamescom

Obwohl die Hersteller verstärkt Familien für Computerspiele gewinnen wollen, dominierte bei den Besuchern deutlich die klassische Zielgruppe: Männliche Jugendliche und junge Männer. In den Messehallen herrschte teils ein unglaublicher Lärmpegel, durch Lautsprecher dröhnten Musik, Spiele-Sounds und Moderationen.

Bei der Hardware stehen neue intuitive Bewegungssteuerungen im Mittelpunkt. Diese könnten sich nach Ansicht von Kudo Tsunoda, Entwicklungschef von Microsoft Kinect, bald in die Tradition klassischer Gesellschaftsspiele einreihen. Denn diese neue Art der Steuerung sei “besonders gemacht für Leute, die sich gerne mit anderen treffen und gerne zusammen spielen, mit Familie oder Freunden“. Bei Spieleabenden könnten dann künftig auch Videogames im Mittelpunkt stehen, sagte Tsunoda der Nachrichtenagentur dpa. Kinect funktioniert rein durch Körperbewegung. Bei Sonys “Move“ ist noch ein Controller erforderlich.

Weiterer Trend ist dreidimensionales Spielen. Nintendo stellt dem Fachpublikum auf der Gamescom seine neue mobile Konsole 3DS vor. Auf dem oberen der beiden kleinen Bildschirme sind Spiele in räumlicher Perspektive zu sehen. Eine Spezialbrille wird nicht benötigt.

Auf der Gamescom zeigen bis zum Sonntag mehr als 500 Unternehmen ihre Neuheiten, angekündigt waren über 200 Premieren. Europas größte Computerspielemesse hatte am Mittwoch mit einem Fachbesucher- und Medientag begonnen.

Rubriklistenbild: © dpa

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