Bewegte Bilder bewegen den Markt

- Das Tal der Tränen scheint durchschritten, doch vom viel beschworenen Aufschwung ist auf dem ITK-Markt noch nicht allzu viel zu sehen. CeBIT-Chef Ernst Raue äußerte zwar die Hoffnung, dass die CeBIT 2004 genau der richtige Auslöser sei, um der gesamten Branche Zuversicht zu geben, doch die eher schwachen Ausstellerzahlen auf der CeBIT 2004 sprechen eine eigene Sprache.

<P>Genaue Zahlen waren vor dem CeBIT-Start nicht zu erfahren, nur dass sich mehr als 6000 Aussteller angemeldet hätten, im Vorjahr waren es 6600. Empfindlich getroffen hat die CeBIT die Abstinenz einiger Branchengrößen wie Hewlett Packard und Canon, und ob in diesem Jahr noch ebenso viele Besucher wie in 2003 nach Hannover strömen werden, steht in den Sternen.<BR><BR>Mobilfunk setzt auf Entertainment</P><P>Während der klassische CeBIT-Bereich, die Computer-Hardware, eher stagniert, verspürt die Mobilfunkbranche einen neuen Aufwind. Der Motor für steigende Umsatzzahlen ist der Trend zum multifunktionalen und multimedialen Smartphone und zum Handy als Entertainment-Gerät. Mit einer neuen Funktion will Nokia seine Handys künftig ausstatten: Push-to-Talk (PTT). Dank Push-to-Talk wird das Handy zum Walkie-Talkie, per Knopfdruck kann man mit einer oder mehreren Personen nahezu in Echtzeit Sprachbotschaften austauschen. PTT ist eine Verbindung von Internet-Telefonie (Voice over IP) und Mobilfunknetz und ideal für Situationen, in denen man kostengünstig mit einer oder mehreren Personen häufiger kurze Nachrichten austauschen möchte. Im 2. Quartal 2004 soll das Nokia 5140 auf den Markt kommen, ein robustes Mobiltelefon, das nicht nur mit Push-to-Talk ausgestattet ist, sondern auch mit Digitalkamera und Digitalkompass.<BR><BR>Den Schritt in Richtung Entertainment macht Nokia mit dem neuen Medien-Terminal 7700, der ebenfalls für das 2. Quartal 2004 angekündigt ist. Mit diesem Mini-Entertainment-Gerät mit großem Monitor kann man Fotos verwalten, im Internet surfen, Videos abrufen und ansehen, Radio hören und bald auch fernsehen. Mit dem Standard DVB-H (Digital Video Broadcast Handheld) soll der Media-Terminal auch digitale Fernsehprogramme empfangen können.<BR>Auf bewegte Bilder setzt auch Siemens in seiner Mobilfunksparte. Mit dem Siemens U15 hält die Video-Telefonie Einzug auf dem Handy. Das Mobiltelefon ist mit 2 VGA-Kameras mit 3fach-Zoom, Video-Rekorder und MP3-Player ausgestattet.<BR><BR>Der Trend zum Multimedialen macht bei Siemens auch vor den Festnetztelefonen nicht Halt. Das schnurlose ISDN-Telefon Gigaset SLX 740 isdn und das Gigaset SL 740 für analoge Festnetzanschlüsse sind mit einer integrierten Digitalkamera ausgestattet und in der Lage, MMS-Nachrichten zu verschicken und zu empfangen.</P><P>Ein MMS-Telefon für das Festnetz wird es auch von der Telekom geben: Beim T-Sinus 721 MMS kann man mit integrierter Digitalkamera und MMS Schnappschüsse per Telefon verschicken. Fernsehen war einmal - jetzt kommt das Home-Entertainment. Mit diesem Slogan wirbt der Computerhersteller Fujitsu-Siemens für sein Activity Media Center, das dem klassischen Fernsehgerät die Schau stehlen soll. Mit diesem Gerät sollen Internetanschluss und Fernseher verschmelzen und neue Angebote wie Video on demand Einzug im Wohnzimmer halten.<BR><BR>Der Vorstoß der Computerindustrie auf das Wohnzimmer wird auch bei anderen Herstellern deutlich: Sharp präsentiert auf der CeBIT 2004 mit dem Aquos LC-45GD1E einen Digitalfernseher der neuen Generation. Der Aquos verfügt über einen superflachen LCD-Bildschirm, eine Bilddiagonale von 114 cm, einen integrierten Digitalverstärker und eine PMCIA-Schnittstelle für den Internetzugang und zeigt den traditionellen Herstellern von Unterhaltungselektronik, dass die Konkurrenz aus der Computerecke ernst zu nehmen ist. Im Herbst 2004 soll der Aquos auf dem europäischen Markt eingeführt werden.</P><P>Im Bereich Home-Entertainment wildert seit einiger Zeit schon der Computerhersteller DELL. Weil der Absatz von Desktop-Rechnern und Notebooks eher stagniert als boomt, stellt DELL jetzt auch Fernseher her. Die Digitalfernseher mit LCD-Bildschirm der Marke DELL kosten zwischen 699 und 2599 US-Dollar .Bislang sind sie zwar nur in den USA erhältlich, aber wenn der Trend andauert, stehen sie vielleicht schon bald in deutschen Wohnzimmern.</P><P>Adressen<BR>www.fujitsu-siemens.de<BR>www.my-siemens.de<BR>www.nokia.de<BR>www.sharp.de<BR>www.dell.com </P><P><BR><BR> </P>

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