Bewertung der Lehre kommt nicht immer gut an

- "Stärke der Lehre und Verbesserung der Betreuung an den bayerischen Universitäten" hieß der vielversprechende Titel einer Anhörung des Hochschul-Ausschusses im Landtag. Eingeladen war eine Expertenrunde aus den Universitäten Regensburg, Augsburg, Bayreuth, Erlangen-Nürnberg und Bamberg, der TU, LMU und Bundeswehruniversität München.

<P>Der Ausschuss versuchte, einen Überblick zu bekommen, inwieweit die Neuerungen des Bayerischen Hochschulgesetzes von 1998 bei den Hochschulen "angekommen" sind. </P><P>Zu den BHG-Maßnahmen gehörte beispielsweise die Verpflichtung, eine Einführungsveranstaltung für die Studenten abzuhalten oder die Festlegung, dass die Lehrverpflichtung von Professoren Vorrang vor anderen Dienstaufgaben hat.<BR>Bei den Diskussionen ging es nun vor allem um Fragen des Studiums und der Lehre. Etwa, ob die die Regelstudienzeit in den Hochschulen für ein ordentliches Studium ausreicht. "Bei der TU München besteht seit einiger Zeit die Tendenz zu einer kürzeren Studiendauer in den Ingenieurwissenschaften, aber auch im Sport- oder Physikstudium", betonte Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München. Dabei habe auch die in einigen Fächern eingeführte Eignungsfeststellung zu "dramatischen Studienerfolgen" geführt. </P><P>Diskutiert wurde auch die Frage, ob die eingeführten Lehrberichte (Evaluation der Lehre) praktische Konsequenzen für die Hochschullehrer haben. Prof. Friederike Klippel, Prorektorin der LMU, bemängelte, dass es keine einheitliche Form für die Bewertung durch die Studenten gebe. An den Fakultäten würden immer noch kontroverse Diskussionen über die Gestaltung der Evaluation geführt. "Manche Berichte sind Zahlendarlegungen, andere eher impressionistische Essays" beschrieb sie. Auch sei nicht eindeutig geklärt, ob die Bewertungen veröffentlicht werden dürften. Generell würden die Berichte aber zu Innovationen in der Lehre anstoßen.</P><P>Insgesamt begrüßt wurde an den bayerischen Hochschulen die Einführung des Studiendekans, der koordinierend die Lehrangebote in der jeweiligen Fakultät abstimmt und ein wichtiger Ansprechpartner für die Studenten ist. Man war sich aber auch einig, dass bei der Menge der anfallenden Arbeit dringend Mittel für neue Mitarbeiter bereitgestellt werden müssen.<BR>"Hier ist eine flexible Nutzung der Gelder nötig, dies könnte zum Beispiel durch Quersubventionierungen erreicht werden", sagte dazu die Volkswirtin Prof. Monika Schnitzer (LMU).</P><P>Ein wichtiger Punkt, die "bessere Betreuung der Studenten", wurde im Ausschuss leider nicht mehr besprochen - aus Zeitmangel. </P>

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