Mit Bienen schwindet Vielfalt der Pflanzen

- Washington - In wenigstens zwei europäischen Ländern nimmt die Vielfalt von Bienenarten dramatisch ab. Ein internationales Team, dem auch der deutsche Experte Josef Settele vom Umweltforschungszentrum in Halle (Sachsen-Anhalt) angehört, fand entsprechende Verluste unter jenen Pflanzen, die auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind.

Nach einem Bericht in "Science" (Bd. 313, S. 351) vom Freitag sank die Vielfalt der auf bestimmte Pflanzen spezialisierten Bienen in Großbritannien im Durchschnitt um 52 Prozent und in den Niederlanden sogar um 67 Prozent.

"Sie geht eindeutig zurück", erklärte die Umweltforscherin Jane Memmott von der Universität Bristol in einem Begleitkommentar von "Science". Der Rückgang ist nach den Worten ihres Kollegen Peter Kevan von der Universität Guelph in Kanada "schlimmer, als ich vermutet hatte". Das Forscherteam um Jacobus Biesmeijer und William Kunin von der britischen Universität Leeds sammelte fast eine Million Daten über die "Bestäuberdienste" von Bienen und anderen Insekten. Ihre Arbeit ist Teil eines europäischen Forschungsprojekts zur Artenvielfalt in der Natur namens ALARM.

Nach den Erkenntnissen der Forscher war der Verlust am größten bei jenen Bienen, die sich in begrenzten Regionen auf den Pollen einiger weniger Pflanzenarten beschränkt hatten. Viele dieser hoch spezialisierten Bestäuber dürften "in den kommenden Jahrzehnten aussterben", sagte Biesmeijer. Unklar ist bisher, ob die Einbußen im Reich der Bienen Ursache oder Folge der entsprechenden Verluste in der Pflanzenwelt sind. Das Team fand in Großbritannien Rückgänge bei 75 wilden Pflanzenarten, die auf den Dienst von Bienen angewiesen sind. Dagegen hatten sich 30 andere Arten, die durch den Wind oder Wasser bestäubt werden, kräftig ausgebreitet.

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