Mit Biochips gegen den Krebs

- Wie verhält sich ein Krebsgewebe im Organismus? Warum entartet ein Tumor? Welche Medikamente sind für einen bestimmten Krebs die wirkungsvollsten? Dies alles sind Fragen, die die Mediziner vor große Rätsel stellen.

<P>Um die Biologie von Tumoren in Zukunft besser verstehen zu können, hat sich unter der Leitung von Professor Bernhard Wolf vom Heinz-Nixdorf-Lehrstuhl für Medizinische Elektronik der Technischen Universität München eine Forschungsgruppe zusammengefunden, die die Entwicklung der Biochiptechnologie zur Analyse von Krebsgewebe voranbringen will.<BR><BR>Das Team um Wolf hat bereits den Prototyp eines solchen Chips entwickelt. In einer Kulturkammer, die die Zugabe von Nährstoffen und Testsubstanzen erlaubt, befinden sich Krebszellen auf dem Chip zur Analyse. "Mit unserem Sensorchip können wir den Stoffwechsel der Zellen verfolgen und untersuchen, wie sie etwa auf Medikamente reagieren", erklärt Wolf. Dabei messen die Medizintechniker die Prozesse, mit denen Zellen auf ihre unmittelbare Umgebung reagieren, wie ihre Sauerstoff- oder Blutversorgung.<BR><BR>Doch auf dem Weg zur klinischen Anwendung eines solchen Analysesystems sind noch einige Hürden zu überwinden. "Wichtig ist vor allem, dass der Chip nicht das Verhalten der Zellen verändert, denn wir wollen die Zellaktivitäten so beobachten, wie sie auch im lebenden Organismus ablaufen", meint Wolf. "Zur Zeit eignet sich unser System schon zum Vergleich verschiedener Zell- und Gewebekulturen."<BR><BR>Nun wollen Wolf und sein Team in dem neuen Projektverbund, zusammen mit Partnern aus der Wissenschaft und der Industrie, ihre Technologie weiter verbessern. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, dass die Biosensoren Tierversuche zur Abklärung toxischer Wirkungen in einem Organismus ersetzen. Zudem soll das System bald in den Kliniken getestet werden. <BR><BR>"Wenn wir die Tumorbiologie durch Systeme wie den Biochips besser verstehen könnten, dann würden die Heilungschancen bei Krebs steigen, zumindest könnten wir Patienten ein längeres Leben bei guter Lebensqualität ermöglichen", meint der Radioonkologe Professor Michael Molls vom Klinikum rechts der Isar. "Wichtig für uns ist vor allem zu wissen, wie Medikamente im Tumor wirken. Mit einer Chiptechnologie könnte in Zukunft eine individuellere Krebsbehandlung möglich werden."<BR></P>

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