Biograf: Jobs wollte Android "vernichten"

New York - Apple-Chef Steve Jobs hat vor seinem Tod angeblich alles daran gesetzt, das konkurrierende Smartphone-Betriebssystem Android von Google zu “vernichten“. Dafür war ihm wohl fast jedes Mittel recht.

Das geht aus Auszügen der neuen Biografie des Apple-Gründers von Walter Isaacson hervor, die am Freitag vom Online-Portal “Huffington Post“ veröffentlicht wurden. Die in der Biografie beschriebene Haltung von Steve Jobs erklärt auch die unversöhnliche Härte, mit der aktuell vor Gerichten in aller Welt um Patentrechte in der Mobilfunk-Branche gestritten wird. Android-Smartphones sind der stärkste Konkurrent von Apples iPhone. Apple überzieht ihre Hersteller wie Samsung oder HTC mit Patentklagen und Designklau-Vorwürfen.

Apple und Co.: Das sind die coolsten Marken der Welt

Das sind die coolsten Marken der Welt

“Wenn es sein muss, werde ich meinen letzten Atemzug dafür verwenden, und jeden Penny von Apples 40 Milliarden Dollar bei der Bank, um dieses Unrecht zu korrigieren. Ich werde Android vernichten, weil es ein gestohlenes Produkt ist“, zitiert Isaacson den ehemaligen Apple-Chef in seinem Buch. “Ich werde einen Atomkrieg dagegen führen.“

Der Apple-Gründer sei bei dem Gespräch über Android “wütender geworden als ich ihn je gesehen habe“. Jobs habe sich auch extrem abfällig über Google-Angebote geäußert: “Außerhalb der Suche sind Googles Produkte - Android, Google Docs - Mist.“ Er habe erfolglos versucht, Google von der Entwicklung eines eigenen Smartphone-Betriebssystems abzubringen und dem Internet-Konzern dafür auch einen prominenten Platz auf Apples iPhones versprochen. Der Karten-Dienst auf dem iPhone wird nach wie vor von Google bestückt.

Googles Android ist in kürzester Zeit zur stärksten Kraft im schnell wachsenden Smartphone-Markt aufgestiegen. Dazu trug auch bei, dass das Betriebssystem von mehreren Handy-Herstellern genutzt wird. Google vermarktet Android als offene und kostenlose Software, die Anbieter stehen aber im Visier zahlreicher Patentklagen, vor allem von Apple. Außerdem zahlen etliche von ihnen Lizenzgebühren an Microsoft, um rechtlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen.

Apple scheint im Gegensatz zu Microsoft weniger daran interessiert, Lizenzzahlungen von den Android-Herstellern zu bekommen, sondern dass die angeprangerten Technologien von ihren Geräten verschwinden. Google versucht derzeit, mit dem Kauf des traditionsreichen Handy-Herstellers Motorola für 12,5 Milliarden Dollar das Patent-Arsenal hinter Android aufzustocken, um mehr Verhandlungsmasse in den Konflikten zu haben.

Das Buch “Steve Jobs . Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers“ erscheint am Montag in den USA, die deutsche Version am Donnerstag.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue WhatsApp-Funktion freigeschaltet - aber es gibt einen Haken
Auf dieses Feature haben WhatsApp-Nutzer lange gewartet - jetzt ist die Funktion endlich freigeschaltet. 
Neue WhatsApp-Funktion freigeschaltet - aber es gibt einen Haken
Analog-Abschaltung bei Unitymedia: Was man wissen muss
Unitymedia zieht den Stecker: Im Juni endet im Westen der Bundesrepublik die analoge Übertragung im Kabelfernsehen. Die noch betroffenen Kunden müssen sich um neue …
Analog-Abschaltung bei Unitymedia: Was man wissen muss
Günstige Zugtickets finden
Zugfahren mit der Deutschen Bahn kann sehr teuer sein - oder recht günstig. Es kommt darauf an, wann und mit welchem Zugtyp man fährt. Mit der Webseite bahn.guru lässt …
Günstige Zugtickets finden
Windows 10: Bei Screenshot Ausschnitt selbst festlegen
Wer einen Screenshot anfertigen will, kann seit der neuesten Version von Windows 10 auch den genauen Ausschnitt festlegen, der abfotografiert werden soll. Hierfür gibt …
Windows 10: Bei Screenshot Ausschnitt selbst festlegen

Kommentare