Bizarre Sternenreiche

- Spiralgalaxien, elliptische Galaxien, oder ganze Galaxienpaare - kein Sternensystem gleicht dem anderen. Astronomen vermuten, dass es in unserem Universum etwa eine Milliarde Galaxien, also Sternensysteme gibt. Sie haben die unterschiedlichsten Formen: Unsere Milchstraße präsentiert sich als flache Spirale. Den bisher größten zusammenhängenden Himmelsausschnitt, in Vollmondgröße, hat das Weltraumteleskop "Hubble" im Sternbild Fornax aufgespürt. Das Foto, das unter Leitung des Heidelberger Astronomen Professor Hans-Walter Rix ausgewertet wird, deckt nur ein 150-Tausendstel des gesamten Firmaments ab. Trotzdem sind darin über 40 000 Galaxien, die teilweise bis zu neun Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sind, zu sehen.

<P>"Mit dem neuen Bild können wir besser verstehen, wie sich große, unserem eigenen, spiralförmigen Milchstraßensystem ähnliche Galaxien während der letzten neun Milliarden Jahre entwickelt haben", so Boris Häusler, Doktorand am Institut für Astronomie. "Jetzt können wir eine Vielzahl an Größe und Formen von Sternensystemen untersuchen und ihre ganze Bandbreite erfassen."</P><P><BR>Auf dem Himmelsausschnitt sind auch einige wechselwirkende Sternensysteme bis vor neun Milliarden Jahren zu sehen (unser Universum ist knapp 14 Milliarden Jahre alt). "Wechselwirkende Galaxien üben starke Anziehungskräfte aufeinander aus. Die Anziehung kann so stark sein, dass die beiden Systeme verschmelzen", erklärt Häusler.<BR>Die Astronomen haben in dem "Hubble"-Bild schon bizarre Formen mit doppelten Galaxienkernen und herausgeschleuderten einzelnen Sternen entdeckt. "Es scheint, dass Wechselwirkungen zwischen Galaxien in der Frühzeit des Universums häufiger vorkamen als heute", sagt Hans-Walter Rix. "Auch ist der Anteil von elliptischen Galaxien heute viel höher als in der Vergangenheit", erklärt der Astronom. "Dies ist ein Hinweis darauf, dass heutige elliptische Galaxien aus früheren Spiralgalaxien hervorgegangen sind."</P><P><BR>Die spektakuläre Bilderflut von Hubble könnte bald ein Ende haben. Denn die amerikanische Weltraumbehörde NASA will die Wartungsflüge zum Weltraumt einstellen. Damit wird das berühmte "Auge ins All" wohl im Jahre 2010 seinen Dienst versagen. "Das ist eine fatale Entscheidung der Nasa", kommentiert Rix die Ankündigung, "in ,Hubble' steckt noch so viel Potenzial." <BR><BR><BR></P>

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