Blick ins kranke Gehirn

- Hoch kontrastreiche zwei- und dreidimensionale Magnetresonanz-Bilder aus dem Gehirn liefern heute den Neurologen und Psychiatern völlig neue Erkenntnisse über Demenzerkrankungen, die schweren geistigen Abbauprozesse, an denen immer mehr Menschen in den Industrieländern leiden.

<P>Vor allem auf die Alzheimer-Erkrankung konzentrieren sich aktuelle Forschungen, die beim diesjährigen Kongress über Fortschritte in der Magnetresonanztomographie (MRT) in Garmisch-Partenkirchen im Mittelpunkt des Interesses stehen. MRT - dahinter steckt die Erzeugung von Schichtbildern aus dem Körperinnern in jeder Ebene mit Hilfe eines großen Elektromagneten, der die Verwendung von Röntgenstrahlen überflüssig macht. </P><P>Der Patient wird in einer Röhre kurzen Impulsen starker Magnetfelder und Radiowellen ausgesetzt, wobei die Wasserstoffatome in seinem Körper unterschiedliche elektromagnetische Signale abgeben, die vom Computer aufgezeichnet und zu Bildern verarbeitet werden. So werden sehr empfindliche Abweichungen vom normalen Hirn- oder Rückenmarksgewebe erfasst. <BR><BR>Das Institut für Klinische Radiologie am Münchner Uniklinikums Großhadern konzentriert sich in einem Forschungsschwerpunkt auf die Entstehung und Behandlung von Alzheimer. Mindestens eine Million Deutsche sind derzeit an Alzheimer erkrankt.<BR><BR>Inzwischen können Ablagerungen im Gehirn lokalisiert werden, die den Stoffwechsel beeinflussen und letztlich zum Hirnschwund führen. Bahnbrechend ist dabei, dass die Alzheimer-Diagnostikam lebenden Menschen durchgeführt werden kann. Außerdem ist es einem deutsch-kandischen Ärzteteam gelungen, die Nervenbahnverteilung im Gehirn zu sehen und farbig darzustellen. "Wir stehen davor, den Nervenfaserabbau im Gehirn feststellen zu können", sagt Maximilian Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie. Schon in fünf Jahren, hofft man, könnten völlig neue Alzheimer-Arzneien auf den Markt kommen. <BR><BR> Ekrankungen des Geistes würden oft bagatellisiert, warnt Harald Hampel, Oberarzt der Psychiatrischen Uni-Klinik München: "Hinter Vergesslichkeit kann mehr stecken." Hilfe bei beginnendender Demenz bietet in München die Gedächtnis-Sprechstunde an, Telefon 089/5160-5820. </P>

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