Blick auf Plastikknochen

- Im Anatomischen Lehrsaal der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) liegt der Duft des Desinfektionsmittels Formaldehyd in der Luft. Er kommt aus einer abgelegenen Nische des Saals. Dort liegen zehn Leichen abgedeckt unter Plastikplanen.

Doch bis die Medizinstudenten des ersten Semesters im Anatomiekurs Leichen sezieren dürfen, werden noch einige Wochen vergehen. An diesem Freitag steht erst einmal die Prüfung in der Knochenkunde an. Weit über 500 lateinische Fachbegriffe müssen die Erstsemester dann beherrschen. Jeder Knochenfortsatz und jeder Punkt, an dem Sehnen ansetzen, haben eigene Namen. "Das ist eine Menge zu lernen", sagt Rafael Beck. Trotz der vielen Arbeit ist Beck zufrieden mit seinem Studium. "Bis jetzt haben sich meine Erwartungen erfüllt", sagt er. Mit dem menschlichen Knochenaufbau kennt er sich mittlerweile ganz gut aus. "Neulich hat sich ein Freund das Wadenbein gebrochen", erzählt er. "Solche Verletzungen betrachtet man schon mit anderen Augen, wenn man weiß, was im Körper mit den Knochen passiert."

Zum Schluss des Anatomiekurses lernen die Studenten den Aufbau des Schädels kennen. "Der Schädel besteht aus dem Neurokranium und dem Viscerokranium", erklärt Professor Mehdi Shakibaei. "Das Neurokranium umschließt das Gehirn, das Viscerokranium ist der Teil des Gesichtsschädels."

Mit einer Videoübertragung gibt eine Mitarbeiterin Shakibaeis anschließend detaillierte Informationen über den Aufbau des Schädelinneren. Dann nehmen die Studenten, die in Gruppen zu je acht Personen aufgeteilt sind, selber die Schädelimitationen in die Hand und können den zahlreichen Tutoren Fragen stellen.

"Manchmal ist es schon etwas langwierig, so viele Fachbegriffe auswendig lernen zu müssen, meint eine Kommilitonin von Rafael Beck. Noch bis zum Freitag müssen die Studenten mit den Plastikknochen vorlieb nehmen. Ab der nächsten Woche wird dann organisches Material untersucht.

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