"Blood Stone": So gut ist der neue James Bond

London - James Bond ist zurück: Zwei Jahre bevor der nächste 007-Film ins Kino kommt, macht Daniel Craig im Videospiel "Blood Stone" (Blutstein) Jagd auf Biowaffen-Terroristen. Der Test zum Game:

Diese Tage bringen gute Nachrichten für die Fans des britischen Agenten 007: Nach monatelangen Unklarheiten steht jetzt fest: Trotz der Finanzprobleme des Filmstudios Metro-Goldwyn-Meyer können die Vorbereitungen für den nächsten James-Bond-Film weitergehen. Der soll Ende 2012 in die Kinos kommen.

So lange brauchen all jene Bond-Fans die eine Spielkonsole oder einen PC besitzen, nicht zu warten. Soeben ist das neue 007-Abenteuer "Blood Stone" für Playstation 3, XBox 360, Nintendo DS und eben den Heimcomputer erschienen.

Eines vorweg, um meine Karten gleich auf den Tisch zu legen: Ich kann mit Daniel Craig als James Bond rein gar nichts anfangen. Der Mann kann exakt zwei Gesichtsausdrücke: Leidend und ausdruckslos. Craig fehlt der zynische Humor eines Sean Connery, die arrogante Souveränität eines Roger Moore und die Lässigkeit eines Pierce Brosnan. Außerdem: Früher hatten wir in den Bond-Filmen noch coole Schurken wie Blofeld, den Beißer und Scaramanga, den Mann mit dem goldenen Colt. Auch damit ist es vorbei.

Nachdem ich meiner Wut Luft gemacht habe, muss ich allerdings zugeben: Würde der nächste Bond-Film so werden, wie dieses Spiel, dann würde sogar ich zum Craig-Fan werden. Mit "Blood Stone" haben wir einen starken Third-Person-Shooter mit ausgesprochen gut gemachten Verfolgungsjagden und einem coolen Bond-Gadget.

Story

Die Geschichte von "Blood Stone" dreht sich um den Schmuggel von Biowaffen. James Bond soll einer Bande von Terroristen das Handwerk legen, die einen Anschalg planen. Seine Mission führt ihn an exotische Orte wie Athen, Istanbul, Bangkok oder Sibirien.

Als neues Bond-Girl tritt im Spiel die britische Soul-Sängerin Joss Stone. Optisch ist die Dame auf jeden Fall eine gute Wahl. Joss Stone bietet aber nicht nur Ansprechendes fürs Auge. Die mehrfache Brit Awards- und Grammy-Gewinnerin steuert auch den Titelsong des neuen Bond-Abenteuers namens „I’ll take it all“ bei. Produziert wurde der Titel von Dave Stewart vom früheren Pop-Duo Eurythmics. Daniel Craig leiht dem Videospiel-Bond seine Stimme. Judi Dench seine Chefin „M“. Die Story zu "Blood Stone" stammt aus der Feder eines ausgewiesenen Bond-Profis: Bruce Feirstein, der als Drehbuchautor bereits an den Bond-Filmen „Die Welt ist nicht genug“ und „GoldenEye“ mitwirkte.

Screenshots aus James Bond: "Blood Stone"

Screenshots aus James Bond: "Blood Stone"

Das sind also die vielversprechenden Zutaten für das neue Bond-Abenteuer. Und aus denen hat das Entwickler-Studio Bizarre Creations wirklich ein klasse 007-Spiel gemacht.

Die Action-Szenen in diesem Game sind kommen deutlich bombastischer daher als alles, was man in den vergangenen beiden Bond-Filmen zu sehen bekam: So muss 007 es alleine mit einem Kampfhubschrauber aufnehmen, einen gigantischen Schutt-Laster durch Bangkok verfolgen (wobei gleich die halbe Stadt zu Bruch geht) oder einen Bösewicht mit dem Motorboot vor der Küste von Athen jagen (wobei der halbe Hafen in die Luft fliegt).

Und das beste für Bond-Nostalgiker wie mich: Trommelwirbel... Bond fährt in einer Verfolgungsjagd den legendären Aston Martin DB 5 aus "Goldfinger" und "Feuerball". YES!

Gameplay

Der größte Teil des Spiels ist ein grundsolider Third-Person-Shooter mit - wahlweise - stark ausgeprägten Stealth-Elementen. Heißt konkret: Wir können uns durch die Gegend ballern wie im legendären Shooter "Goldeneye" (das aktuell neu auf den Markt kommt!). Oder wir erledigen die Gegner lautlos wie Sam Fisher in "Splinter Cell".

Richtig lässig sind Bonds Nahkampf-Attacken: Knarre aus der Hand gehauen, Kopfstoß, Schulterwurf - und fertig ist der böse Bube. Bond verfügt über einen Haufen cooler Moves, an denen man sich kaum satt sehen kann. Mir hat's mit zunehmender Spieldauer sogar besser gefallen, die Gegner umzuhauen, als sie über den Haufen zu ballern.

Für jede erfolgreiche Nahkampf-Attacke bekommt Bond einen Fokus-Angriff gutgeschrieben. Per Knopfdruck wird der Gegner zielgenau markiert und ausgeschaltet. Hier hat man sich offensichtlich von "Splinter Cell: Conviction" inspirieren lassen, was dem Bond-Spiel aber zugute kommt.

Bei den Ballereien überzeugen sowohl die automatische Zielhilfe als auch ein Deckungssystem. Bond kann zwischen zwei Waffen hin und herschalten. Munition ist reichlich vorhanden. Und die Gegner legen eine recht ausgeprägte K.I. an den Tag. Nicht selten versuchen sie, Bond zu flankieren und in die Zange zu nehmen. 

Wichtigstes Bond-Spielzeug ist bei "Blood Stone" ein Smartphone. Mit dem Telefon hackt 007 Computer und Kameras. Außerdem können wir mit dem Smartphone durch Wände schauen und herausfinden, welche Gegner dahinter warten und welche Waffen sie tragen. Feinde lassen sich somit leicht erspähen und man kann sein lautloses Vorgehen besser planen. Außerdem zeigt das Smartphone explosive Gegenstände an sowie den nächsten Wegpunkt, was ein planloses Herumirren verhindert.

Bei den Fahrsequenzen hat Bizarre Creations wirklich aus den Vollen geschöpft. Hier wird ein Effekt-Feuerwerk inszeniert, das jeden Hollywood-Kracher in den Schatten stellt: Explosionen und Zerstörungen so weit das Auge reicht. Die Autos steuern sich extrem flüssig, Frusterlebnisse bleiben aus. Alles geht derart rasant vonstatten, dass man manchmal mit dem Schauen gar nicht nachkommt.

Lustig ist auch der Multiplayer-Modus. Hier können sich bis zu 16 Spieler in Teams zusammenschließen und als Söldner oder Agenten ihre Fähigkeiten miteinander messen.

Fazit

Wenn der kommende 007-Film so wird wie dieses Spiel, dann haben sich die Filmemacher ein großes Lob verdient. Bizarre Creations hat es sich schon jetzt verdient für ein cooles Action-Spiel, dessen Story-Modus leider schon nach wenigen Stunden durchgespielt ist. Kaufempfehlung auch für all jene Bond-Nostalgiker, die mit Daniel Craig sonst nichts anfangen können. Dieses Spiel ist um Längen besser als die letzten beiden Bond-Filme.

Genre: Third-Person-Shooter/Racing-Game

Hersteller: Bizarre Creations (für Activision)

Für: Playstation 3, XBox 360, PC und Nintendo DS

Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

Rubriklistenbild: © Screenshot: Activision

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