Ein Boom der Habilitanden

- Nie zuvor haben in Bayern so viele Wissenschaftler/innen habilitiert wie im vergangenen Jahr. Insgesamt haben sich 439 Nachwuchsforscher mit der Habilitation den Weg zur Professur geebnet - 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders viele Habilitanden sind in der Humanmedizin zu verzeichnen, es sind genau 214.

<P>Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sieht ihre Zukunft recht optimistisch: "Mit den jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern ist eine qualitativ hochwertige Besetzung der in den nächsten Jahren frei werdenden Professuren sichergestellt." Allerdings bietet die Habilitation keine Karrieregarantie. Die Chancen für die Nachwuchswissenschaftler sehen dennoch rosiger als sonst aus. Denn in den nächsten Jahren steht bundesweit in allen Hochschulen ein Generationswechsel an. Insgesamt sind seit 2004 bis 2009 rund 30 Prozent der Lehrstühle (C4) aus Altersgründen neu zu besetzen. Bei den C3-Professuren sind es auch immerhin 20 Prozent.<BR><BR>Als besonders erfreulich bewertet das Ministerium den Frauenanteil an den Habilitationsverfahren von 2004. Von den insgesamt 439 neuen Habilitanden sind 92 Wissenschaftlerinnen (21 Prozent). <BR><BR>Allein 33 Frauen haben den Doktor habil. an der Ludwig-Maximilians-Universität erworben. An der LMU wurden insgesamt 148 Habilitationsverfahren erfolgreich abgeschlossen. <BR><BR>An der Technischen Universität (TUM) ist der Boom gebremster: Wie das Hochschulreferat berichtet, war hier ein Habilitations-Höchststand bereits im Studienjahr 99/00 erreicht worden. Damals gab es 66 Habilitationen. 2004 waren es 51.<BR><BR>Im Durchschnitt waren die Habilitierten knapp 40 Jahre alt. Drei bis fünf Jahre müssen junge Wissenschaftler in der Regel an Zeit investieren, bis ein Habilitationsverfahren abgeschlossen ist. Es sei denn, sie werden, was etwa an der TUM recht häufig der Fall ist, aufgrund einer der Habilitation gleichwertigen Forschungsleistung auf eine Professorenstelle berufen. An der TUM könnte man anders auch kaum Forscher aus der Industrie für eine Professorenstelle gewinnen.<BR><BR>Juniorprofessuren ohne Habilitation auf Zeit, wie sie in einigen Bundesländern eingerichtet worden sind, gibt es in Bayern noch nicht. Aber auch im Freistaat sind die freien Professorenstellen nicht mehr generell, wie früher, Lebenszeitstellen.<BR><BR>Bayern will bei der nächsten umfassenden Hochschulreform im Frühjahr 2006 auch die Juniorprofessur - als eines von mehreren Modellen für Nachwuchswissenschaftler - rechtlich verankern.<BR></P>

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