Boykottaufruf gescheitert

- Der Studentenaufruf zum Zahlungsboykott des 50-Euro-Verwaltungskostenbeitrags ist gescheitert. 5000 Studenten hätten sich an der Aktion "5000 gegen 50" beteiligen müssen, zu der die Studentensprecher im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) aufgerufen hatten. Es meldeten sich aber nur 503. Jetzt empfiehlt der AStA-Vorsitzende Alexander Nawrath, unter Vorbehalt zu zahlen. "Natürlich sind wir ein bisschen enttäuscht, wir werden es aber im nächsten Semester wieder probieren", so Nawrath gestern gegenüber unserer Zeitung. Diesmal habe man offenbar zu wenig Zeit für die Mobilisierung der Studenten gehabt.

<P>Einige Studenten haben bereits Klagen gegen die Gebühr angekündigt. Der AStA empfiehlt dies aber nicht: Denn das kann teuer werden. Stattdessen musste der AStA über die Protest-Seite im Internet (www-zahlt-keinen-cent.de) "leider empfehlen, die Verwaltungsgebühren zu bezahlen". Gestern ist nämlich die Frist zur Überweisung der Verwaltungsgebühr und des Studentenwerkbeitrags abgelaufen.<BR><BR>Es lohne sich aber, im Betreff der Überweisung den Vermerk "unter Vorbehalt" einzutragen. Sollte nämlich eine Klage erfolgreich sein, dann könnten diejenigen ihr Geld zurückfordern, so Nawrath. Der AStA und das "Aktionsbündnis gegen Bildungs- und Sozialabbau" hatte vor anderthalb Wochen die Studenten aufgerufen, ihre E-Mail-Adresse an das Bündnis zu schicken, um so die Bereitschaft zu einem Zahlboykott zu bestätigen.<BR><BR>Professor Bernd Huber, Rektor der LMU, zeigt Verständnis für den Frust der Studentenschaft: "Ich kann verstehen, dass die Studierenden verdrossen sind", so Huber gegenüber unserer Zeitung. "Das Angebot an den Universitäten hat sich nicht verbessert, und trotzdem werden die Studenten zur Kasse gebeten." Huber ist verärgert, dass die Hochschulen verpflichtet worden sind, selbst das Geld einzutreiben, obwohl "das Geld nicht den Universitäten zugute kommt". <BR><BR>Die eingeforderten 50 Euro flössen zwar in den Haushalt der Universitäten, dies entspreche aber lediglich einem Betrag, der den Unis zusätzlich zu den diesjährigen Kürzungen bereits vor diesem Sommersemester vorenthalten wurde. "Das Geld fließt letztlich in den allgemeinen Staatshaushalt", so Hubers Resümee.<BR><BR>Über die 50 Euro hinaus erhöhte sich auch der Studentenwerksbeitrag um sieben Euro auf jetzt 35 Euro pro Semester. In der Zahlungsaufforderung der LMU an ihre Studenten heißt es, auch dieser erhöhte Beitrag gehe auf das Konto des Wissenschaftsministeriums.<BR><BR>Studentenwerkschef Dieter Maßberg erklärte den erhöhten Beitrag damit, dass der staatliche Zuschuss für die Verpflegung und die Kinderbetreuung gekürzt worden sei. Außerdem liege man mit 35 Euro jetzt im Bundesdurchschnitt.<BR><BR>Kurzfristig wollen die Studenten nun ihrem Ärger mit einer Demonstration Luft machen. Die Demo steigt am 17. Juni um 14 Uhr auf dem Geschwister-Scholl-Platz, und auch der AStA fordert gewohnt kämpferisch die Studentinnen und Studenten auf: "Wir sehen uns auf der Straße!" </P>

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