Breite Wissensbasis statt bloßer Praxisnähe

- Kürzere Studienzeiten und mehr Praxisbezug in der Hochschulausbildung - von Politikern wie Arbeitgebern werden diese Forderungen immer wieder erhoben. Doch Harro Honolka vom Institut "Student und Arbeitsmarkt" an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) warnt davor, universitäre Studiengänge zu sehr auf den Arbeitsmarkt zuzuschneiden.

<P>Wissenschaftlich und breit gefächert soll das Studium an einer Universität nach Honolkas Ansicht auch künftig sein. "Deutsche Universitäten bilden im Grunde so aus, als ob alle Studenten später Wissenschaftler werden", so der geschäftsführende Vorstand des Instituts. Ein solches Studium bereite nicht auf einen speziellen Beruf vor, schule jedoch das Denken und vermittle wertvolle Schlüsselqualifikationen.<BR><BR>Breit angelegte und unverschulte Studiengängen an einer Uni forderten einen Studenten zum Beispiel, das Studium selbst zu planen. "Das schult Management-Fähigkeiten", betont Honolka, der mit seinen Mitarbeitern seit 1985 Beratungs- und Kursprogramme zur Vorbereitung auf die Arbeitswelt anbietet (www.s-a.uni-muenchen.de).<BR><BR>"Wenn in einem Studium vor allem anwendungsorientiertes Wissen vermittelt wird, ist dies mit Blick auf den Arbeitsmarkt nicht von Vorteil", gibt er zu bedenken. Denn praktisch anwendbares Wissen habe eine kurze Halbwertszeit. Von Schlüsselqualifikationen profitiere man dagegen ein ganzes Leben.<BR><BR>Die Idee von Student und Arbeitsmarkt: Auch bei verkürzten Studiengängen wie dem Bachelor, der nach sechs Semestern zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führt, sollen die breite Fächerung, Wahlmöglichkeiten für den Studenten und Wissenschaftlichkeit erhalten bleiben. Zusätzlich könnten in einem nicht fachbezogenen Teil des Lehrplans berufsbezogene Zusatzqualifikationen vermittelt werden.<BR><BR>An der LMU existiert ein derartiges Modell mit dem Bachelor- und Master-Studiengang Komparatistik seit zwei Jahren. Wie im früheren Magister erhalten die Studenten eine wissenschaftliche Ausbildung in Komparatistik. Sie belegen außerdem ein philologisches Nebenfach. Dazu kommen frei wählbare Praxiskurse und Praktika aus dem Programm von Student und Arbeitsmarkt, die am Studium einen Zeitanteil von 20 Prozent und ein Sechstel der Leistungspunkte ausmachen.<BR><BR>Ihren Stundenplan stellen sich die Hochschüler selbst zusammen. "Das Studium ist zwar etwas stärker vorstrukturiert als der Magister, aber keineswegs verschult. Individualität und Neugier fordern wir von den Studenten weiterhin", erklärt Virginia Richter, Koordinatorin des Studienganges. Auf ein sehr positives Echo stoße der über Student und Arbeitsmarkt integrierte Praxisbezug, versichert sie: "Das ist für viele ein Grund, sich für den Studiengang zu entscheiden."</P><P> </P>

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