Brustkrebs gemeinsam bewältigen

- "Als ich von der Diagnose Brustkrebs erfahren habe, bin ich in ein tiefes Loch gefallen", erzählt Hertha S. (57). Inzwischen hat sie neuen Mut gefasst. "Ich will weiterleben." Vielen an Brustkrebs erkrankten Frauen geht es so. Sie fühlen sich allein gelassen, können mit niemanden reden. Denn Brustkrebs ist auch heute noch weitgehend ein Tabuthema. Die Ärzte bestimmen in den meisten Fällen die Therapie der Patientin, ohne nach ihrer Meinung zu fragen oder sie ausführlich zu informieren.

<P>Renate Haidinger ist selbst Betroffene und kennt diese Missstände aus eigener Erfahrung. 2001 gründete die Münchnerin daher mit Unterstützung ihrer Ärzte den Verein "Brustkrebs-München e.V.".<BR><BR>50 000 Menschen erkranken pro Jahr in Deutschland an Brustkrebs. Auch Männer kann der Krebs treffen. Ihr Anteil ist jedoch sehr gering.<BR><BR> Viele Frauen kommen zu mir, weil sie mit einer Betroffenen sprechen wollen", so Haidinger. Sie berät in Sprechstunden und bei einer Telefonhotline. "Es kommt auch heute noch vor, dass ein Arzt die Brust abnehmen will, obwohl es nicht nötig ist. Das darf nicht mehr passieren", sagt sie, und die Augen spiegeln ihren Kampfgeist wider.<BR><BR>Auch politische Forderungen stellt der Verein: "Wir wollen ein flächendeckendes Krebsregister. Außerdem sollte das im April eingeführte Mammographie-Screening von allen Krankenkassen unterstützt werden." Vorsorge ist extrem wichtig im Kampf gegen Brustkrebs. Das gilt ebenso für die Selbstabtastung der Brust wie die Mammographie. Sofern die Röntgenaufnahme der Brust durch den Arzt richtig durchgeführt - und gelesen wird. "In Deutschland wird Brustkrebs bisher erst in fünf Prozent der Fälle im Vorstadium erkannt. In Mammographieländern wie Amerika sind es an die vierzig."<BR><BR>Die Heilungschance beträgt für die für früh erkannten Fälle 97 Prozent. <BR>Inzwischen hat die lebensfrohe Münchnerin ihren kaufmännischen Beruf an den Nagel gehängt und engagiert sich komplett im Verein. Auf ihre Familie kann sie dabei jederzeit zählen. "Die Unterstützung des Partners und der Familie während der Krankheit ist unheimlich wichtig", sagt sie und lächelt in Gedanken an ihre Erfahrung: "Ich hatte das Glück, dass meine Familie mich durch die Krankheit getragen hat." <BR><BR>Ziel des Vereins ist es auch, Informationen über neue und wirksame Therapien zu vermitteln. Denn auch wenn die Diagnose sich niederschmetternd anhört, es gibt viele Therapiechancen. Das beste Beispiel für ein erfülltes Leben nach dem Brustkrebs gibt Renate Haidinger selbst. </P><P>Internet:</P><P>Der Verein ist unter www.brustkrebs-muenchen.de zu erreichen. Telefonhotline: Dienstag und Donnerstag 18.00-19.00 Uhr: 089/70956262.<BR></P>

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