Bündeln, vernetzen, sparen

- Bündelung der Fachbereiche, interdisziplinäre Vernetzung und neue Leitungsstrukturen, aber auch Streichung von Studiengängen: Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hat jetzt ihr Zukunftskonzept vorgelegt, mit dem sie die Sparvorgaben der Regierung umsetzen und im internationalen Wettbewerb bestehen will.

"Die LMU befindet sich in einer hervorragenden Ausgangsposition", betont die Reformkommission der Uni in ihrem Konzept. Allerdings könne sie ihre "führende Rolle bei sinkenden staatlichen Mitteln nur auf dem Weg einer stärkeren Profilbildung erhalten". Leitgedanke in diesem Prozess sei die "Bündelung und Vernetzung der Fachbereiche", erklärte Rektor Professor Bernd Huber in einem Brief an alle Universitätsmitglieder.<BR><BR>Um die interdisziplinäre Forschung zu fördern, sollen die Fachbereiche in vier Fächergruppen gebündelt werden: Geistes- und Kulturwissenschaften, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Medizin und Naturwissenschaften.<BR><BR>Interdisziplinäre Schwerpunktthemen, die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Forschungsfragen angepasst werden, sollen für wissenschaftliche Innovation sorgen. So schlägt das Zukunftskonzept für die Fächergruppen Medizin und Naturwissenschaften Schwerpunkte wie Lebenswissenschaften oder Biomedizin vor.<BR><BR>Für eine stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit will die Uni vermehrt Zentren bilden, ähnlich bereits bestehenden Einrichtungen wie dem Genzentrum.<BR>Unter dem Punkt "Qualitätssteigerung und Internationalisierung" will die LMU Bachelor- und Masterstudiengänge flächendeckend einführen, den wissenschaftlichen Nachwuchs stärker fördern und ihr Beratungsangebot ausbauen.<BR><BR>Um die Ziele umzusetzen, plädiert das Papier der Kommission für veränderte Leitungsstrukturen. Die Dekane sollen gestärkt und die Fakultäten stärker an der Planung beteiligt werden.<BR><BR>Das Konzept benennt auch so genannte "Rückzugsfelder": 22 Studienfächer will die Uni künftig nicht mehr anbieten, darunter zum Beispiel Wirtschaftsgeographie, orthodoxe Theologie und nahezu das gesamte Angebot des Departments für Geo- und Umweltwissenschaften.<BR>Kritik gegen das Zukunftskonzept wird nun von Seiten der Orthodoxen Theologie laut. "Unverständlicherweise waren wir durch keinen unserer vier Professoren in der Kommission vertreten", beklagt Professor Konstantin Nikolakopoulos von der Gemeinsamen Kommission für Orthodoxe Theologie an der LMU.<BR><BR>Studentenvertreter Alexander Nawrath äußert ebenfalls seinen Unmut über die Streichungen. Mit Semesterbeginn wollen die Hochschüler wieder an die Öffentlichkeit gehen. "Wir bleiben aktiv", so Nawrath.

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