Das Buhlen um den Kunden geht weiter

- Hamburg - ­ Das Angebot für Mobilfunkkunden ist groß: Viele Anbieter buhlen um die Gunst der Verbraucher. Die Minutenpreise sinken immer weiter und die Anbieter müssen sich etwas einfallen lassen, um Kunden an sich zu binden und weiter Gewinne zu generieren.

Seit die eigene Telefonnummer von einem Anbieter zum nächsten mitgenommen werden kann, ist auch diese Hürde gefallen, die Kunden vor einem Wechsel zögern ließ. Mit Servicediensten, exklusiven Handys und Musikangeboten versuchen einige Anbieter, Kunden an sich zu binden.

Kurz vor der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin startete der Anbieter O2 sein "Communication Center", mit dem der Kunde Daten wie Telefonnummern, Termine, Aufgaben, Notizen und E- Mails sowohl auf dem Handy als auch am PC zu Hause abrufen und sichern kann. Ein zentraler Server synchronisiert alle Daten. Außerdem können sich die Kunden per SMS an Geburtstage oder den Hochzeitstag erinnern lassen und E-Mails via MMS als Textmitteilung empfangen. Zu Hause am PC gleicht eine Software die E-Mails mit dem Mailprogramm am Rechner ab. Bei Vodafone können Kunden mit "Vodafone- Mein PC" mit ihrem UMTS-Handy auf Daten zugreifen, die sich auf ihrem PC zu Hause befinden. Damit ist laut Vodafone die komplette Musik- oder Fotosammlung auch unterwegs auf dem eigenen Handy verfügbar.

Auch andere Anbieter lassen ihre Kunden nicht mehr nur telefonieren. "Eine erfolgreiche Vermarktungsstrategie basiert auf dem Prinzip, die aktuelle Kundennachfrage zu befriedigen", sagt E- Plus-Sprecher Jörg-Carsten Müller. Man müsse Dienste bringen, die von der Masse gewünscht werden. Das sei dennoch in erster Linie nach wie vor Sprachtelefonie, auch wenn E-Plus zahlreiche Zusatzdienste anbiete. "Das Umsatzwachstum wird heute und in Zukunft nicht von kreativen Dienste-Ideen bestimmt sein, sondern von dem Konzept, über einfache, transparente und preiswerte Tarifangebote die Kunden dazu zu bewegen, öfter und länger zum Handy zu greifen", meint Müller.

Neben Serviceangeboten versuchen die Mobilfunkprovider zunehmend, sich auch mit eigenen Endgeräten von der Konkurrenz abzugrenzen. O2 bringt zur IFA das von Pantec produzierte Handy "Ice" auf den Markt. Das weiße Mobiltelefon soll vor allem Musikfans zu O2 locken. "Wir können uns durch solche Geräte vom Markt differenzieren", sagt O2- Sprecherin Nadine Kleinert. Um die musikbegeisterte junge Kundschaft zu erreichen, ist O2 in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1999 auf der IFA. "Dass hat damit zu tun, da sich unser Geschäft mehr Richtung Unterhaltung entwickelt. Und dafür ist die IFA der richtige Standort", erklärte dies O2-Deutschlandchef Rudi Gröger in Berlin.

Die Möglichkeit, bei O2 Musik herunterzuladen, sei vor allem für die jüngere Zielgruppe interessant, erläutert Sprecherin Kleinert. Und wer nicht genau weiß, wie das Lied heißt, das gerade im Radio läuft, wählt eine Servicenummer im O2-Netz, hält das Handy vor den Lautsprecher und bekommt anschließend eine SMS mit Titel und Interpret und einem Link zum Musikshop.

Auch T-Mobile präsentiert sich auf der IFA und will seine Kunden unter anderem für Internet und E-Mail auf dem Handy begeistern. Auch Musik spielt neben einem neuen Tarifsystem eine wichtige Rolle: So will das Telekom-Musikdownloadportal Musicload den Austausch von Musikdateien zwischen PC und Handy vereinfachen. Die Kunden sollen ein und dieselbe Musikdatei für ihren PC, ihr Mobiltelefon und ihr digitales Abspielgerät nutzen können, erläuterte Musicload-Manager Joachim Franz das Konzept auf IFA. "Die Vision ist, einmal im Leben einen Song zu kaufen und von überall darauf zugreifen zu können."

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