Mehrere Klagen gegen Bundesnetzagentur

BUND und Bundesamt fordern bessere Erforschung von Handy-Strahlung

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben eine bessere Erforschung der Risiken für Mensch und Natur durch den geplanten Ausbau der Mobilfunknetze gefordert.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht "noch Forschungsbedarf für mögliche Auswirkungen auf Kinder, weil deren Organismus besonders empfindlich ist", erklärte eine Sprecherin der "Frankfurter Rundschau". Zudem seien die Langzeitwirkungen der Strahlung durch Mobilfunk noch nicht ausreichend untersucht. Dass die Strahlung durch Sendeanlagen oder Handys gefährlich sei, könne man noch nicht ausschließen, "da die Technologie dafür noch nicht lange genug im Einsatz ist", so das BfS.

Die Umweltschutz-Organisation BUND nennt es "einen Skandal, dass jetzt eine derart massive Nutzung neuer Frequenzbereiche verkauft wird, ohne dass eine Belastung für Gesundheit und Umwelt ausgeschlossen wurde", wie Bernd Rainer Müller, Experte für elektromagnetische Strahlung beim BUND, der Zeitung sagte.

Dem widersprach jedoch das BfS: Es erwarte "für biologische Wirkungen keine wesentlichen Unterschiede zum bisher genutzten Mobilfunk", da die neuen Frequenzen "an die bisher genutzten und erforschten Frequenzen angrenzen". Der BUND kritisiert, dass die Grenzwerte für Strahlung allein Risiken durch Erwärmung ausschließen sollen. Studien zeigten aber, dass Menschen mit Elektrosensibilität sowie Kinder auch unterhalb der Grenzwerte mit Schlafstörungen und Kopfschmerz reagieren.

Laut dem zuständigen Amtsgericht Köln laufen derzeit noch mehr als sechs Klagen gegen die Bundesnetzagentur, die die neuen Mobilfunk-Frequenzen versteigert. So befürchten sowohl Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland und Media Broadcast (Bonn), als auch Rundfunksender wie der NDR und der WDR technische Störungen ihrer Angebote durch die Nutzung der Frequenzen im Bereich von 800 Megahertz. Ein Sprecher des Gerichts sagte, die Kammer plane "möglichst noch in diesem Jahr" ein Urteil zu fällen. (apn)

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