Bundeskriminalamt warnt vor gefälschten E-Mails

- Wiesbaden - Für E-Mails mit einem gefährlichen Computerwurm im Anhang haben Kriminelle ausgerechnet den gefälschten Absender des Bundeskriminalamtes (BKA) verwendet. "Tausende von besorgten Bürgern rufen bei uns an", berichtete ein BKA-Sprecher am Dienstag in Wiesbaden. Die BKA-Mitarbeiter hatten am Telefon denselben kurzen Rat parat wie in einer Pressemitteilung: "E-Mail-Anhänge auf jeden Fall löschen!" Außerdem sollte Betroffene einen Virenscanner über den Rechner laufen lassen.

An den Mails hängt ein so genannter Wurm, der sich beim Öffnen automatisch an die im Adressbuch des Rechners gelisteten Adressen weiterversendet. Der Betreff der Mails laute: "Sie besitzen Raubkopien." E-Mails dieser Art kursierten laut BKA derzeit vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wie die Computer-Zeitschrift "c/t" auf ihrer Webseite schreibt, bekommen englische Mail-Adressen ähnliche Briefe mit dem gefälschten Absender der amerikanischen Bundespolizei FBI. Außerdem kursierten verwurmte Mails, die sich als Kontoeröffnungen beim InternetAuktionshaus eBay oder als Gewinnbenachrichtigungen der RTL-Sendung "Wer wird Millionär" tarnen. "c/t"-Redakteur Daniel Bachfeld erläuterte, dass der neue Wurm im Gegensatz zu Vorgängern nicht nur die Adressenlisten des Rechners benutzt. Er könne weiteren Schadcode nachladen und das System ausspionieren. Zusätzlich versuche er, Virenscanner zu deaktivieren.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab eine Virenwarnung heraus. BSI-Sprecherin Anja Hartmann betonte, dass der Virenschutz der Rechner auf jeden Fall aktualisiert werden müsse. Der neue Wurm habe im Vergleich zu Vorgängern auch eine besonders hohe Verbreitung.

In der Mail mit gefälschtem Absender heißt es nach höflicher Anrede: "Das Herunterladen von Filmen, Software und MP3s ist illegal und somit strafbar. Wir möchten Ihnen hiermit vorab mitteilen, dass Ihr Rechner ... erfasst wurde. Der Inhalt Ihres Rechners wurde als Beweismittel sichergestellt und es wir ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet." Abgezeichnet ist die Mail mit dem Namen eines BKAVizepräsidenten, außerdem werden die Telefonnummern der BKAPressestelle und die allgemeine BKA-Nummer genannt. Als Reaktion auf die massenhaften Anrufe richtete das BKA unter anderem eine Bandansage ein.

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