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Bungalow mit arabischer Sofa-Ecke

- Ob private Wohngemeinschaft, Studentenbude oder Wellblechcontainer. Es gibt viele Möglichkeiten für Studenten, sich in und um München ein preiswertes Dach über dem Kopf zu suchen. Wo und wie die Studierenden leben, stellen wir in unserer Serie vor. Heute: Das Olympiadorf.

Wer Boubaker Siala besuchen will, muss nicht vorher anrufen. "Bienvenue - willkommen", hat der 25-jährige Tunesier in großen Lettern an die Wand neben dem Eingang zu Bungalow C 606 im Olympiadorf geschrieben. Auch in arabischen Buchstaben prangt der Schriftzug an der weißen Mauer. "Es gibt hier keine Formalitäten", sagt Siala. "Man geht einfach zu einem Bungalow und klingelt."800 Bungalows gibt es im Studentenviertel auf dem Oberwiesenfeld, wie das "Oly-Dorf" offiziell heißt. 801 weitere Wohnheimplätze bietet das benachbarte Hochhaus, in den angrenzenden Terrassenbauten finden sich zudem 100 Ehepaar-Appartements. Erbaut wurde das Olympiadorf zu den Sommerspielen 1972. Auch 2002 wohnten zur Leichtathletik-Europameisterschaft noch einmal Sportler in den Bungalows.Seitdem ist das "Dorf" zwischen BMW-Werk und Olympiapark wieder fest in studentischer Hand. Viele der zweistöckigen Flachbauten wurden von den Studenten bunt bemalt, andere sind mit Efeu bewachsen. In den engen Gassen lehnen Fahrräder, auf den Balkonen stehen aufgespannte Sonnenschirme."Die Stimmung hier ist sehr gut", urteilt Siala, "jeder kennt jeden." Als er für sein Studium der Elektrotechnik an der TU München aus Tunesien nach Deutschland kam, wohnte er zunächst zwei Semester lang in Ottobrunn. "Ich habe das Olympiadorf dann über Freunde kennen gelernt, und es hat mir sofort gefallen", erzählt er.Luxuswohnungen verbergen sich hinter den Türen der Bungalows nicht. Das Bad samt Dusche und WC ist eine Plastik-Box und wird gerne als "Astronauten-Klo" bezeichnet. Der Herd hat nur zwei Platten, einen Ofen gibt es nicht. Doch Siala fühlt sich hier pudelwohl. Die 24 Quadratmeter auf zwei Stockwerken seien völlig ausreichend.Im Erdgeschoss hat sich der Tunesier eine "arabische Ecke" mit Sofas eingerichtet. Ein paar Stufen höher befindet sich das Hochbett - und natürlich der Balkon. "Da feiere ich im Sommer am liebsten mit meinen Nachbarn." Unter ihnen seien auch viele Landsleute, freut sich der Tunesier. "Bei uns zu Hause ist es zurzeit in, zum Studieren nach Deutschland zu gehen." Er habe jedoch auch Kontakt zu Studenten aus vielen anderen Ländern, betont Siala. "Als Tutor des Studentenwerks ist es meine Aufgabe, die unterschiedlichen Nationalitäten zusammenzubringen." Das versucht Siala, indem er Beach-Partys, Tanzkurse oder auch Kochabende veranstaltet.Die interkulturelle Verständigung funktioniere dabei ganz unkompliziert. "Wenn wir grillen, bringen die anderen eben ihre Schweinesteaks und ich mein Lammfleisch", sagt der Student aus Tunesien.Diplomarbeit wird zur Nebensache

Ganz nebenbei - schließlich umfasst das Freizeitangebot im Olympiadorf auch einen Filmclub, eine Töpferwerkstatt, die Oly-Disco und die Bierstube - muss sich Boubaker Siala freilich noch um sein Studium kümmern. Ab September schreibt er seine Diplomarbeit. Danach will er auf jeden Fall wieder nach Tunesien gehen. Doch er ist sich jetzt schon sicher: "Wenn ich von hier weg muss, werde ich sehr traurig sein."

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