Call of Duty: Black Ops - Der große Test

München - Ego-Shooter-Fans haben seit ein paar Tagen ihre sozialen Kontakte aufs Nötigste reduziert: Denn das neue "Call of Duty" ist auf dem Markt. Wir haben "Black Ops" getestet.

Im vergangenen Jahr hat "Call of Duty: Modern Warfare 2" so ziemlich alle Rekorde gebrochen: Bester Ego-Shooter 2009. Bestes Spiel 2009. Meistverkauftes Spiel des Jahres. Kann man das noch irgendwie toppen? Der Nachfolger "Black Ops" striit in die größtmöglichen Fußstapfen, die man sich vorstellen kann. Und die scheint "Black Ops" auch ausfüllen zu können:  Laut Publishers Activision Blizzard wurden von dem Spiel am ersten Verkaufstag alleine in den USA und Großbritannien 5,6 Millionen Exemplare verkauft. Was Activision einen Verdienst von 360 Millionen Dollar einbrachte.

Schier unglaublich, zu welchen Höhen sich die Call of Duty-Reihe aufgeschwungen hat: Was vor sieben Jahren als Ego-Shooter vor der historischen Kulisse des Zweiten Weltkriegs begann, ist zu einer der größten Marken überhaupt im Entertainment-Bereich geworden.

Die Software-Schmiede Treyarch, der wir schon das vorletzte Call of Duty „World at War“ verdanken, zeichnet auch verantwortlich für "Black Ops". Ohne das Rad neu zu erfinden, ist das Game bereits der heißeste Anwärter für den Titel "Spiel des Jahres." 

Story

Terroristen adé: Jetzt gelten wieder die Feindbilder des Kalten Krieges. In eben dieser historischen Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg spielt "Black Ops".

Spielbare Charaktere sind der amerikanische Elitesoldat Alex Mason und CIA-Agent Jason Hudson, die beide Mitglieder der "Studies and Observations Group (SOG)" sind, einer Spezialeinheit für geheime Missionen hinter feindlichen Linien.

Nach dem Kampf gegen Islamisten und Nazis bedrohen diesmal die kommunistischen Russen Frieden und Freiheit. Wer 80er-Jahre-Filme wie die Rambo-Reihe oder Rote Flut gesehen hat, der weiß, wie der Hase läuft: Die Ostblock-Kommunisten stehen mit dem Gewehr bei Fuß und warten nur darauf, dem Westen in den Rücken zu fallen, um auch dort ihr menschenverachtendes System auszubreiten.

So geschieht es auch bei "Black Ops": Der Ivan bemächtigt sich eines Nervengases, das die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg nicht zum Einsatz brachte. Ein russischer KGB-Superagent will damit den „Klassenfeind“ aus den Vereinigten Staaten ausradieren.

Das Spiel beginnt im Jahr 1961 während der missglückten Invasion des kommunistischen Kuba in der „Schweinebucht“. Der Spieler ist mit dem Auftrag eingereist, dem roten Diktator Fidel Castro eine Kugel in den Kopf zu jagen. Ähnliche Pläne verfolgte die CIA tatsächlich in regelmäßigen Abständen.

Screenshots aus Call of Duty: Black Ops

Screenshots aus Call of Duty: Black Ops

Weitere Schauplätze der extrem gut durchdachten und vor überraschenden Wendungen nur so strotzenden Story sind unter anderem: Ein sowjetisches Arbeitslager in Sibirien, die Stadt Hue während des Vietnamkriegs, Laos, eine deutsche Wehrmachtbasis am Polarkreis, die russische Sojus-Raketenbasis, Hongkong und eine russische Satellitenbasis im Uralgebirge.

Das atmosphärisch beeindruckendste Level ist Vietnam: Hier spielt Activision gekonnt mit der Ästhetik und 60er-Jahre-Musik aus Klassiker-Kriegsfilmen wie „Full Metal Jacket“ oder „Apocalypse Now“. Wenn man zu „Fortunate Son“ von Creedence Clearwater Revival in den Bell Huey-Helikopter steigt und im Tiefflug über den Dschungel brettert, sorgt das schon für ein mächtiges Kribbeln.

Kurz und gut: Die Story von "Black Ops" stellt die meisten Hollywood-Blockbuster in den Schatten. Bombastisch, intelligent und knallhart!

Gameplay

Das Spiel wirkt wie ein gedopter Michael Bay-Film. Stellt Euch ein Effektfeuerwerk wie „Transformers“ um ein paar Stufen heftiger vor, und Ihr habt eine leise Ahnung davon, was Euch hier erwartet. Extreme Non-stop-Action!

Die Fahrzeug-Level sind wieder großartig: Egal ob auf dem Motorrad, im Kampfhubschrauber oder in einem mit Maschinengewehr und Raketenwerfer bestückten Boot: Das alles rockt richtig.

Während der Gefechte herrscht das gewohnte Call-of-Duty-Chaos. Das Adrenalin schießt dem Spieler bis in die Fingerspitzen. Der Schwierigkeitsgrad fällt recht fair aus. Hardcore-Gamer spielen sowieso gleich wieder auf der Stufe "Veteran". Die Missionen sind abwechslungsreich. Eintönigkeit kommt niemals auf.

Und was wäre ein Call-of-Duty-Spiel ohne den Multiplayer-Modus. Hier hat sich Treyarch natürlich wieder voll ins Zeug gelegt.

Zum einen gibt es wieder den Zum die gewohnten  Mehrspieler-Modi. Wie schon in Modern Warfare gibt es ein motivierendes Währungssystem für die Ausrüstungsupgrades. Für Clan-Spieler sind wieder etliche Modifikationsmöglichkeiten geboten.

Zum anderen gibt es - zum ersten Mal auch in der deutschen Version - den Zombie-Modus. Allein oder im Team mit bis zu vier Spielern kann man sich in den Kampf gegen die Untoten stürzen. Im vielleicht coolsten Level der Videospiel-Geschichte verteidigen John F. Kennedy, Richard Nixon, Robert McNamara, und Fidel Castro das Pentagon (US-Verteidigungsministerium) gegen Zombies. Wie abgefahren ist das denn? Hammer!

Fazit

"Black Ops" sieht großartig aus, spielt sich extrem flüssig und punktet mit genialen Soundeffekten sowie coolen Sprechern. Herz des Ego-Shooter-Fans, was willst Du mehr?

Wer den Einzelspieler-Modus gemeistert, kann sich hinterher noch im coolen Koop-Zombie-Modus und in der extrem umfangreichen Mutiplayer-Kampagne austoben. "Black Ops" bietet Spaß für Wochen, wenn nicht für Monate.

Man darf gespannt sein, welche herunterladbaren Inhalte Activision noch für uns bereit hält. Wer "Black Ops" durchgezockt hat, will nur noch eines: Mehr davon!

Genre: Ego-Shooter

Hersteller: Treyarch (für Activision)

Für: PC, PlayStation 3, Xbox 360, Nintendo Wii, DS

Altersfreigabe: Ab 18 Jahren

fro

Rubriklistenbild: © Activision

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