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CeBIT: Ein Gefühl von Aufschwung

- Hannover - Die IT-Branche hat zum CeBIT-Start die Krise endgültig abgehakt. Am ersten Tag der weltgrößten Computermesse schauten Unternehmen und Verbände optimistisch in die Zukunft und rechnen mit besseren Geschäften.

<P>Ein Indiz für eine deutliche Erholung der Branche lieferte auch die High-Tech-Messe in Hannover selbst. Am ersten Tag erlebte die CeBIT einen Ansturm mit einem Besucherplus im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Auftakt vor einem Jahr.</P><P>Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zeigte sich zuversichtlich für den Konjunkturverlauf und rechnet mit einem Wachstum von bis zu 2 Prozent. Er befürchtet aber mögliche Gefahren für die Erholung durch den Terrorismus. "Ich glaube, dass die positive Entwicklung nur dann zu halten sein wird, wenn es uns gelingt, externe Schocks zu vermeiden", sagte Schröder bei seinem Eröffnungsrundgang. "Einer der Schocks, die wir unbedingt vermeiden müssen, liegt im internationalen Terrorismus, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen."</P><P>Europas führender Softwarekonzern SAP erwartet wegen der gestiegenen Investitionsbereitschaft der Unternehmen ein gutes Jahr für die Branche. "In vielen meiner Gespräche mit Unternehmensführern wird klar, dass nun wieder investiert wird", sagte Vorstandssprecher Henning Kagermann. Auch für Deutschland zeigte er sich zuversichtlich: "Ich erwarte einen Aufschwung." Für IBM-Deutschland-Chef Walter Raizner ist die diesjährige CeBIT vom Optimismus der Branche gezeichnet. Auch nach Einschätzung des Deutschen Multimedia Verbandes gibt es klare Anzeichen für eine Trendwende in der digitalen Wirtschaft.</P><P>Nach monatelangen Verzögerungen startete auf der CeBIT die Internet-Plattform der deutschen Musikwirtschaft PhonoLine. Mit ihrer Hilfe können Songs für 0,99 bis 1,49 Euro pro Titel legal aus dem Internet heruntergeladen werden. PhonoLine stellt dabei die Infrastruktur, die Internet-Nutzer können sich auf den Webseiten von derzeit zwei Anbietern bedienen: eventim-music.de und popfile.de. Zur Premiere stehen 250 000 Titel zum Herunterladen bereit, bis Ende des Jahres sollen es 700 000 aus unterschiedlichen Genres sein.</P><P>Zum Start der neuen Mobilfunkgeneration UMTS kritisierten die Netzbetreiber die Qualität der verfügbaren Handys. Die bisherigen Geräte seien noch nicht in einem Zustand, der es erlaube, sie in den Markt zu bringen, kritisierte Vodafone D2-Chef Jürgen von Kuczkowski. Möglicherweise seien im ersten Halbjahr ein oder zwei Modelle serienreif. Branchenführer T-Mobile geht im Mai mit nur einem UMTS- fähigen Handy an den Start. Dagegen werden in wenigen Wochen bei allen vier UMTS-Anbietern in Deutschland UMTS-Laptop-Karten zum schnelleren und mobilen Surfen im Internet erhältlich sein.</P><P>Der US-Konzern Motorola will in Europa auch mit UMTS-Handys Marktanteile gewinnen. "Wir hatten in Europa in den vergangenen Jahren einen Marktanteil bei Handys zwischen 9 und 10 Prozent. Schon dieses Jahr wird sich das eindeutig und positiv ändern", sagte Mike Zafirovski. Motorola habe "signifikant" in UMTS investiert. "Wir wissen zwar alle, dass UMTS noch kein Massenphänomen geworden ist. Aber wir sind überzeugt, dass es das wird."</P><P>Die Elektronik-Riesen Nokia, Sony und Philips taten sich auf der CeBIT für die Entwicklung einer Technologie zur drahtlosen Übertragung zusammen. Das Verfahren Near Field Communication (NFC) soll von Ende 2004 an Geräte wie Digitalkameras, Mobiltelefonen und Notebooks auf kurzen Entfernungen von wenigen Zentimetern verbinden.</P><P>Gute Nachrichten auch für Hacker-Opfer: Als Reaktion auf häufige Attacken auf Windows-Computer bringt Microsoft noch bis Mitte des Jahres eine aktualisierte Version des Betriebssystems Windows XP heraus. Das so genannte Windows XP Service Pack 2 verbessert nach Angaben des Softwarekonzerns vor allem den Schutz von Netzwerken.</P><P>Aus Sicht der Polizei lief die CeBIT "ruhig und entspannt" an. Bei der Anreise am ersten Tag habe es nur wenige Behinderungen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Mit rund 24 500 Autos wurden auf den Messeparkplätzen rund ein Fünftel mehr Besucherfahrzeuge gezählt als vor einem Jahr. Nach den Terroranschlägen von Madrid ist die Polizei mit deutlich mehr Beamten auf der CeBIT im Einsatz als zunächst geplant. Auch Zivilstreifen sind auf dem Messegelände unterwegs. Es gebe aber nach wie vor keine Hinweise auf eine Gefährdung.</P>

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