CeBIT: Das sind die neuesten Trends

Hannover - Hightech in Hannover: Am Dienstag startet die weltgrößte Technikmesse CeBIT. Wir verraten Ihnen die wichtigsten Themen der CeBIT 2010 – und sagen Ihnen, was Sie davon haben.

Thema 1: Laptops

Kaum jemand kauft noch einen großen PC, der unter dem Schreibtisch steht – Notebooks und die kleineren Netbooks liegen mehr denn je im Trend. Die wichtigste CeBIT-Neuerung: Intel zeigt seine Prozessoren Core i3, i5 und i7. Sie sind schneller als bisher, bieten bessere Grafikleistungen und brauchen weniger Strom – denn sie schalten sich je nach Bedarf teilweise ab. Damit kommen einige neue Netbooks auf rekordverdächtige Akkulaufzeiten von bis zu 15 Stunden. Die ersten Laptops wie das Asus N71JV (ab sofort für 900 Euro) bieten auch bereits die neue USB-3.0-Schnittstelle, mit der sich Daten von externen Festplatten oder Digitalkameras bis zu zehnmal schneller als bisher auf den Rechner kopieren lassen. Laptops mit Touchscreen à la iPhone und mit winzig kleinen Chip-Festplatten wie im MP3-Player (Solid State Disk) sind ebenfalls neu. So lässt sich beispielsweise Toshibas Mini-Notebook Satellite U500 (950 Euro) mit den Fingern bedienen. Und bei Lenovos Netbook ideapad U1 (ab Juni für 700 Euro) können Sie den Laptop-Bildschirm sogar abnehmen und dann als Touchscreen-Computer verwenden. Erfreulich für Kinofans: Blu-ray-Laufwerke für hochauflösende Filme setzen sich langsam durch.

Die kuriose Beziehung der Deutschen zum Computer

Die kuriose Beziehung der Deutschen zum Computer

Fazit: Immer günstiger, immer besser – die Fortschritte bei tragbaren Computern sind auch 2010 enorm. Es lohnt sich, in den nächsten Monaten ein paar Euro mehr für die neuen Modelle mit mehr Power und längerer Akkulaufzeit zu investieren.

Thema 2: Die Wolke

Das Computern in der „Cloud“ bleibt einer der heißesten Technik-Trends. Es bedeutet: Sie speichern Ihre Daten oder sogar Programme nicht mehr zu Hause auf dem Rechner ab – sondern auf einem Server im Internet, auf einer „Wolke“. Vorteil: Egal, von wo aus (Büro, zu Hause, Urlaub) und mit welchem Gerät (PC, Handy) Sie auch computern – Sie greifen immer auf die gleichen Daten zurück. Beispiele: Ein auf Ihrem PC geänderter Kalender- oder Adressbucheintrag erscheint automatisch auch auf Ihrem Mobiltelefon. Und auf Ihre Fotosammlung oder Musik können Sie weltweit von jedem internetfähigen Gerät zugreifen. Praktisch! Speicherplatz in der „Wolke“ bieten viele Firmen an, doch so günstig wie im neuen Service „HiDrive“, den die Firma Stratos auf der CeBIT vorstellt, war das „Cloud Computing“ noch nie. Satte 100 GB sollen unter fünf Euro im Monat kosten.

Fazit: Noch ist die „Wolke“ eher ein Fall für Spezialisten, und noch gibt es Datenschutzbedenken. Aber ein Test lohnt sich! Und schon in ein paar Jahren dürfte kaum mehr jemand seine Daten auf einer lokalen Festplatte speichern.

Thema 3: 3D

Die ersten Computer mit 3D-Technik wie im Kinohit Avatar können Sie bereits kaufen, die ersten Fernseher folgen in den nächsten Wochen. So zeigt der taiwanesische Hersteller MSI auf der CeBIT einen All-in-one-PC (Bildschirm mit integriertem Rechner) mit 3D-Anzeige, der im Juni für unter 2000 Euro auf den Markt kommen soll. Der 3D-Laptop Acer Aspire 5740D ist ab sofort für 800 Euro zu haben. Und Sony präsentiert eine dreidimensionale Version seines Rennspiels Gran Turismo 5 – für das die Playstation 3 per kostenlosem Software-Update 3D-tauglich gemacht wird. Einen neuen 3D-Fernseher brauchen Sie dennoch – und, wie für alle 3D-Geräte, eine entsprechende Brille. Apropos: Carl Zeiss stellt auf der CeBIT die Kino­brille „Cinemizer Plus“ vor. Das 400 Euro teure Zubehör schließen Sie an iPhone, iPod oder andere mobile Geräte an – und können damit Filme wie auf einer zwei Meter entfernten Kinoleinwand sehen. Auch der „Cinemizer“ ist 3D-tauglich.

Fazit: Vorerst bleibt 3D noch eine Spielerei. Statt bereits 2010 viel Geld dafür zu investieren, warten Sie lieber ab, was die Firmen in zwei oder drei Jahren zu bieten haben, wenn die Technik ausgereift ist.

Thema 4: Handys

Die wichtigsten Produkte für 2010 haben die Hersteller schon zuletzt in Barcelona gezeigt. Einige Neuheiten gibt es dennoch, wie beispielsweise das Seniorenhandy XL-915 der Firma Pearl (70 Euro ohne Vertrag). Es bietet extra große Tasten und eine spezielle Sicherheitsfunktion für ältere Menschen. Durch einen einzigen Knopfdruck verschickt das Handy eine Notruf-SMS an fünf ausgewählte Personen, schaltet die automatische Rufannahme und die Freisprechfunktion ein. Ruft innerhalb von fünf Minuten niemand zurück, wird automatisch der Notruf 112 gewählt. Eine Top-Neuerung bietet der Modem- und Routerhersteller AVM: Mit einer kostenlosen App für die „Fritzbox“ lassen sich iPhone und Android-Handys künftig auch als Festnetztelefone nutzen. Und Smartphone-Hersteller HTC zeigt neue Geräte mit „kapazitivem“ Bildschirm. Das bedeutet: Der Touchscreen liefert bei Berührung einen spürbaren Widerstand – eine Bildschirmtastatur fühlt sich damit beinahe an wie ein echtes Keyboard.

Fazit: In Sachen Handys bietet Hannover eher wenig.

Thema 5: Fernseher

Auf der CeBIT steht erneut das Zusammenwachsen von TV und Internet im Mittelpunkt. Samsung zeigt die ersten Fernseher, mit denen Sie per Skype-Software übers Internet telefonieren können. Der neue Sat-Receiver VideoWeb 600S (300 Euro), der bereits im Vorfeld der CeBIT mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurde, holt das Internet auf jeden Flachbildfernseher. Und das Netgear-Zubehör Push2TV (Preis noch offen) überträgt Fotos und Filme von Ihrem Computer drahtlos aufs TV-Gerät.

Fazit: Noch steckt die Verbindung von Fernsehen und Internet in den Kinderschuhen. Viele Ideen klingen spannend – doch bevor Sie dafür Geld ausgeben, sollten Sie noch ein wenig warten.

Thema 6: Navis

Hier zeigen die Hersteller viel Neues – allen voran die spanische Firma Crambo, die jetzt zu Preisen zwischen 170 und 230 Euro ihre ersten Vexia-Econav-Navis nach Deutschland bringt. Sie bieten viele neue Funktionen – zum Beispiel Benzinsparberechnungen und bei Geschwindigkeitsüberschreitungen eine Anzeige, wie viel Bußgeld und wie viele Punkte in Flensburg Sie Ihr derzeitiges Tempo kosten würde! Für das Garmin nüvi, einen Mix aus Navi und Handy, gibt es ab Sommer das 100 Euro teure Zubehör ecoRoute HD, das eine Verbindung zwischen Motorelektronik und Navi herstellt – und damit maßgeschneiderte Spritsparinfos liefert. Ebenfalls neu von Garmin sind die kostenlose Software Voice Studio, mit der Sie die Navitexte von Ihren Kinder oder vom Ehegatten sprechen lassen können, sowie das kleine Motorrad-Navi Zumo 220 (rund 500 Euro). Und Navigon bietet für sein iPhone-Navigationssystem MobileNavigator ein Update, mit dem Sie twittern oder per Facebook melden können, wann Sie zu Hause ankommen.

Fazit: Die Navi-Preise bleiben stabil (ab 100 Euro), aber die Ausstattung wird immer besser, und Europakarten sind fast schon Standard. Der Kauf der neuen Modelle lohnt sich!

Jörg Heinrich

Rubriklistenbild: © AP

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