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Erst hieß es, Ford und Google wollten kooperieren. Doch jetzt war auf der CES nichts davon zu hören. Foto: Daniel Deme

CES: Ford und Google kündigen doch keine Kooperation an

Eine Partnerschaft von Google und Ford bei Roboterwagen hätte die spannendste Ankündigung der diesjährigen Technik-Messe CES werden können. Entgegen Gerüchten kam sie jedoch nicht. Aber Ford-Chef Mark Fields ließ die Tür grundsätzlich offen.

Las Vegas (dpa) - Die nach US-Medienberichten erwartete Ankündigung einer Kooperation zwischen Ford und Google bei selbstfahrenden Autos ist bei der Technik-Messe CES ausgeblieben. Ford-Chef Mark Fields sagte bei seinem Auftritt in Las Vegas lediglich, weitere Partnerschaften seien in Arbeit.

Fields nannte keine Firmennamen, aber betonte, Ford kenne die Berichte auch. Er sagte stattdessen, Fords eigenes Test-Programm mit Roboterwagen werde verdreifacht - von 10 auf rund 30 Fahrzeuge. Außerdem sollen sie mit einem neuen Laser-Radar ausgerüstet werden.

Der Branchendienst "Automotive News" und die Website "Yahoo Autos" hatten kurz vor Weihnachten von Plänen der beiden Unternehmen für eine Zusammenarbeit bei Roboterwagen berichtet und eine Ankündigung bei der CES in Aussicht gestellt. Die Informationen hatten für viel Aufsehen gesorgt: Für Google wäre es die erste weitreichende Kooperation mit einem großen Autobauer. Zugleich hatten sich die Berichte widersprochen. In einem hieß es, Ford werde Googles kleine elektrische Zweisitzer produzieren. Laut dem anderen will der Autobauer Technologie des Internet-Riesen in seinen eigenen Fahrzeugen einsetzen.

Ford hatte vor kurzem eine Testreihe mit selbstfahrenden Fahrzeugen in Kalifornien für kommendes Jahr angekündigt. Der Autokonzern hatte vor zwei Jahren den Prototypen eines Ford Fusion mit entsprechender Technik vorgestellt, arbeitete daran mit Experten mehrerer Universitäten und eröffnete ein Forschungszentrum im Silicon Valley. Auf einem Testgelände mit nachgebildeten Straßenzügen an der University of Michigan übt Ford zudem das autonome Fahren im Stadtverkehr.

Fields will Ford stärker auf Mobilitätsdienste ausrichten. Der weltweite Automarkt sei etwa 2,3 Billionen Dollar im Jahr groß und Ford habe daran einen Anteil von rund sechs Prozent, rechnete Fields auf der CES vor. Dagegen sei das globale Geschäft mit Mobilitätsdiensten 5,4 Billionen Dollar schwer - "und Autobauer haben kaum einen Anteil daran". Das werde sich in Zukunft ändern. Zugleich werde Ford weiterhin in das klassische Geschäft eine Autoherstellers investieren.

Google betonte wiederholt, der Internet-Konzern wolle nicht selbst zu einem Autobauer werden, sondern strebe Partnerschaften mit etablierten Herstellern an. Chefentwickler Chris Urmson zeigte sich auf der Automesse IAA im September in Frankfurt überzeugt, dass die Branche die Google-Expertise aufgreifen werde.

Ford-Ankündigung zur CES

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