Chili-Gnocchi statt Currywurst

- Hauptsache, es macht satt - von wegen! Münchens Hochschüler stellen an ihre Ernährung immer höhere Ansprüche. Das Studentenwerk hat den Trend erkannt und wartet in seinen Verpflegungs-Betrieben immer wieder mit Sonderaktionen für verwöhnte Gaumen auf. Vorläufiger Höhepunkt: Ab heute steht für drei Tage der Sternekoch Holger Stromberg, Mitglied im Team der "Jungen Wilden", in der Mensa an der Leopoldstraße am Herd.

<P>Kokos-Chili-Gnocchi mit Landhuhn, Ingwer und Koriander und als Dessert Himbeer-Limonen-Tropfen mit Thymian und Passionsfruchtjus - was heute Mittag auf dem Speiseplan der Münchner Uni-Mensa steht, liest sich eher wie die Karte eines Nobel-Restaurants. Für drei Tage tauscht der 33-jährige Holger Stromberg den Herd seines Restaurants "G" in der Münchner Geyerstraße gegen die Großküche an der Leopoldstraße 15. Gerade einmal 3,65 Euro kostet die Studenten das ausgefallene Angebot.<BR><BR>"Wir haben festgestellt, dass die Nachfrage nach höherwertigem Essen gestiegen ist", nennt Armin Rosch, kommissarischer Geschäftsführer des Studentenwerks, einen Grund für die vom Mobilfunk-Anbieter "O2" unterstützte Aktion "Wild essen in der Mensa". Außerdem findet er: "Spektakuläres ist immer gut."<BR><BR>Strombergs Motto indes ist es, zu zeigen, "wie geil Küche sein kann". Als Mitglied des 1997 gegründeten Köche-Zusammenschlusses "Junge Wilde" ist er stets auf der Suche nach ausgefallenen Kombinationen und ungewöhnlichen Arten, Essen zu präsentieren.<BR><BR>Auch für Rosch ist die Verpflegung von täglich bis zu 20 000 Studenten mehr als bloß preiswerte Nahrungsaufnahme. Obwohl die "ernährungsphysiologisch nicht gerade gute" Currywurst und das panierte Schnitzel nach wie vor Dauerbrenner seien, griffen die Studenten immer häufiger zu exotischen Gerichten, wie sie die Mensa etwa bei "Afrika-Wochen" in vergangenen Semestern angeboten hat.<BR><BR>"Unsere Statistik zeigt auch, dass die Studenten gerne mehr für ihr Essen bezahlen, wenn sie sich davon einen Mehrwert versprechen", berichtet er. Deshalb sollen Bio-Gerichte, die bislang schon mehrmals in Aktionswochen aufs studentische Tablett kamen, womöglich schon bald zum Standard-Angebot der Verpflegungsbetriebe gehören. <BR><BR>Geschmacksverstärker will Armin Rosch auf dem Weg zu mehr Qualität dagegen bald aus den Küchen des Studentenwerks verbannen. "Wir verändern auch ständig den Katalog unserer Essen und nehmen neue Gerichte auf." Dass Stromberg nun drei Tage lang den Kochlöffel schwingt, entspreche der Philosophie des Studentenwerks.<BR>Am Mittwoch kredenzt der "Junge Wilde" gebrannten Ziegenkäse auf Honig-Nuss-Gemüse, Basilikumöl und Balsamicoreduktion, am Donnerstag Saltimbocca vom Schweinefilet auf Aprikosen-Schalotten-Polenta und Zimtjus.</P>

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